Ärzte Zeitung online, 17.06.2015

vdek warnt

Zusatzbeiträge könnten sich verdoppeln!

Die Reformen der Bundesregierung könnten den GKV-Versicherten teuer zu stehen kommen. Die Ersatzkassen befürchten: Die Zusatzbeiträge könnten sich binnen drei Jahren verdoppeln! Sie fordern jetzt, dass Arbeitgeber wieder mehr in die GKV einzahlen.

Zusatzbeiträge könnten sich verdoppeln!

Die Zusatzbeiträge könnten sich binnen drei Jahren verdoppeln, fürchten die Ersatzkassen.

© gerenme / iStock / Thinkstock

BERLIN. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) fordert, dass die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angepasst wird.

Grund für die Forderung seien die von der Bundesregierung angestoßenen Reformen wie das Versorgungsstärkungsgesetz oder die geplante Klinikreform, die für zusätzliche Milliarden-Ausgaben der Kassen sorgen werden, heißt es in einer Mitteilung.

Die Kosten könnten nicht allein den Versicherten durch Zusatzbeitragssätze aufgebürdet werden, erklärte vdek-Vorsitzender Christian Zahn auf der Mitgliederversammlung.

Er befürchtet, dass in weniger als drei Jahren sich der durchschnittliche Zusatzbeitrag von derzeit 0,9 Prozent verdoppeln könnte. "Das ist nicht hinnehmbar", sagte Zahn.

Der vdek-Chef appellierte an die Arbeitgeber, wieder mehr in die GKV einzuzahlen. "Es kann nicht sein, dass der Arbeitgeberanteil am allgemeinen Beitragssatz dauerhaft bei 7,3 Prozentpunkten festgeschrieben bleibt", erklärte Zahn.

Gröhe kontert Kassen-Prognosen

Mit ihrer Zukunftsprognose, was die Entwicklung der Zusatzbeiträge anbelangt, stehen die Ersatzkassen nicht alleine da. Erst kürzlich hat der GKV-Spitzenverband Alarm geschlagen: Regierung treibe durch die Reformen die Kassenbeiträge hoch, sagte die Vorstandsvorsitzende Dr. Doris Pfeiffer.

Sie rechnet damit, dass im Jahr 2019 durchschnittliche Zusatzbeiträge von 1,4 bis 1,8 Prozent für die GKV-Versicherten fällig werden.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wies die Vorwürfe des GKV-Spitzenverbands umgehend zurück. "Ich warne davor, jetzt Horrorszenarien zu malen", sagte der CDU-Politiker am Rande des Medizinischen Fakultätentages in Kiel. (ths)

[18.06.2015, 17:03:31]
Wolfgang Meyer 
Lieber Herr Dr. Bayer, mit Verlaub...
aber so ein Unsinn.

1.) Was wollen Sie mit Ihren Ausführungen sagen? Dass es insgesamt keine höheren Beiträge braucht und/oder dass die Arbeitnehmer die Kosten(steigerungen) für Leistungen, die hauptäschlich im stationären und ambulanten Bereich von Ärzten erbracht werden, alleine tragen sollen? Und was meinen Sie damit, dass der AN-Anteil ja ebenso auf das Niveau der AG gesenkt werden könne (bzw. dass dies der vdek nicht fordert). Wie soll das gehen, schließlich wird die Medizin und die geplanten Reformen, die Forderungen der Ärzte usw. alles teurer statt günstiger?

2.)Mit Verlaub, aber so einen undifferenzierten Beitrag habe ich selten gelesen. Wie können Sie die GKV als öffentliche Körperschaft, mit der freien Marktwirtschaft vergleichen? Schauen Sie sich mal die unterschiedlichen Bedingungen an. Ich glaube sehr wohl, dass VW und Co. versuchen, möglichst günstige Produkte herzustellen und die Betriebskosten gering halten. Wenn Sie mit Ihrer Aussage meinen, dass sie ihre Produkte/Leistungen nicht freiwillig billiger VERKAUFEN würden, könnten Sie Recht haben. Aber wo ist hier der Zusammenhang zu den Kassen? Die GKV hat sehr wohl ein Interesse daran, dass möglichst günstige Qualität angeboten wird. Schließlich müssen die Kassen sie bezahlen. Das hieße, dass die Leistungen der Ärzte, der Pharmabranche usw. billiger werden müssten. Schließlich geht ein großteil der "gewaltigen Umsätze" der GKV für Behandlungen und Medikamente drauf, nicht für irgendwelche Leistungen, die die GKV selbst "produziert".

3. Das GKV-System soll paritätisch finanziert werden. Wenn Sie sich mal die Ausgabenentwicklung ansehen, wofür was bezahlt wird, und die Mrd-Pländer der Politik für die nächsten Jahre, kann jedes Kind 1+1 zusammenrechnen und wird sehen, dass die Beiträge auf Dauer nciht ausreichen werden.

Und dass der Beitrag nicht nur auf Seiten der Arbeitnehmer steigen, sondern auch auf der Seite der AG, die ein Interesse an der Gesundheit ihrer Mitarbeiter haben sollten und diese durch Gestaltung des Arbeitsplatrzes auch beeinflussen können, ist mehr als eine gerechtfertigte und faire Forderung.

Und wie schreiben Sie in ihrem letzten Satz....: Natürlich kann der Vdek sich auch für niedrigere beiträge einsetzen... Soll dann das ganze System querfinanziert werden oder sollen die Leistungen in den Praxen und Krankenhäusern billiger werden?  zum Beitrag »
[17.06.2015, 18:42:46]
Dr. Karlheinz Bayer 
der wahre Jakob!

Letzthin habe ich mit einem Bankier gesprochen über die steigenden Zuzahlungen der GKV, und daß es nicht zu gelingen scheint, die Kosten einzudämmen.
Seine Antwort: was denkst Du, warum jeden Abend "Börse im Ersten" im Fernsehen läuft? Glaubst Du, VW oder die BASF würden freiwillig etwas tun, umbilligere Autos oder Chemikalien herzustellen? Und wenn nicht, warum bist Du dann der Meinung, eine Krankenkasse wäre daran interessiert, die beiträge zu senken?
Krankenkassen sind Unternehmen mit gewaltigem Umsatz und einer Unzahl von Mitarbeitern. Das ist die einfache Wahrheit.
Also, wenn wundert es, daß der Bundesverband der Ersatzkassen davon ausgeht, daß es besser sei, wenn jetzt auch wieder die Arbeitgeber mehr zahlen sollten?
Es wäre verwunderlich, wenn der VdEK sich dafür einsetzen würde, daß auch der Arbeitnehmeranteil gesenkt werden sollte auf das Niveau der Arbeitgeberzahlen.
Bei VW und BASF würde man einen Vorstand, der Ähnliches fordert fristlos vor die Tür setzen.
Das ist der wahre Jakob.

Dr.Karlheinz Bayer

P.S.: für den den's interessiert
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Wahre_Jacob zum Beitrag »

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