Ärzte Zeitung online, 30.06.2015

Nach IKK Nord

Zweite Kasse erhöht den Beitragssatz

Vergangene Woche hatte die IKK Nord angekündigt, den Beitragssatz zum 1. Juli anzuheben. Jetzt zieht die Securvita nach.

Zweite Kasse erhöht den Beitragssatz

Nach der IKK Nord erhöht nun auch die Securvita den Beitragssatz zum 1.7.

© Günter Menzl / fotolia.com

HAMBURG. Die Krankenkasse Securvita erhöht zum 1. Juli den Beitragssatz um 0,2 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent. Der allein vom Kassenmitglied zu zahlende Zusatzbeitrag beträgt künftig 1,1 Prozent.

Nach sechs Jahren Beitragsstabilität habe man zum 1. Juli „eine moderate Erhöhung“ vorgenommen, sagte Securvita-Sprecher Peter Kuchenbuch der „Ärzte Zeitung“.

Man erhöhe lieber jetzt moderat „als später kräftig“, so Kuchenbuch. „Bei vielen anderen Krankenkassen ist dies Anfang 2016 zu erwarten, wenn man sich die gegenwärtig defizitäre Entwicklung der GKV anschaut“, sagte er.

Circa vier Euro monatlich

Die Erhöhung addiere sich bei einem Mitglied mit 2000 Euro Bruttogehalt auf vier Euro monatlich. Die Securvita ist die zweite Kasse, die unterjährig höhere Beiträge ankündigt. Zuvor hatte die IKK Nord einen Beitragssatzsprung von 0,4 Punkten zum 1. Juli bekannt gegeben.

Den Zahlen für das erste Quartal zu Folge weist die GKV insgesamt ein Defizit von 169 Millionen Euro aus. 67 Kassen verbuchten in den ersten drei Monaten ein Plus, 57 schlossen das Quartal mit einem Minus ab.

Augenfällig ist das finanziell gute Abschneiden des AOK-Systems: Die Ortskassen fuhren einen Überschuss von 36 Millionen Euro ein. Anders die übrigen Kassenarten: Die Ersatzkassen verzeichnen ein Defizit von 101 Millionen Euro, bei den Betriebskassen fehlten 65 Millionen, bei den Innungskassen 57 Millionen Euro.

Die Securvita mit 226.000 Versicherten und 146.000 Mitgliedern sieht sich über die allgemein steigenden Leistungsausgaben hinaus durch Webfehler im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) betroffen.

Denn dieser sehe beispielsweise keinen regionalen Ausgleich vor. „Die Securvita hat aber vor allem in Ballungsräumen viele Versicherte, wo die Kosten der Versorgung überdurchschnittlich hoch sind“, erläuterte der Sprecher. (fst)

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