Ärzte Zeitung online, 02.09.2015

Thüringen

Erneut mehr Geburten per Kaiserschnitt

In Thüringen kam laut Barmer GEK 2014 jedes dritte Kind per Kaiserschnitt auf die Welt.

ERFURT. Der Trend zum Kaiserschnitt ist in Thüringen ungebrochen. Das teilt die BARMER GEK Thüringen mit. Demnach kommt in Thüringen fast jedes dritte Kind inzwischen per Kaiserschnitt auf die Welt.

2014 waren es allein bei Versicherten der Barmer GEK rund 28,5 Prozent aller Geburten. Diese Erhebung deckt sich mit auf Gesamtdeutschland bezogene Zahlen der Techniker Krankenkasse, die Mitte August veröffentlicht wurden.

Laut Statistischem Bundesamt waren 2013 in Thüringen noch rund 28,1 Prozent aller Entbindungen im Krankenhaus Kaiserschnitte. Damit hat sich der Anteil seit 1994 von damals 12,7 Prozent mehr als verdoppelt. 2013 haben in Thüringen 4546 Frauen per Kaiserschnitt entbunden - bei insgesamt 16.191 Geburten im Krankenhaus.

Thüringen gehört im Ländervergleich dennoch zu den Bundesländern mit den wenigsten Kaiserschnitten. Nur in Sachsen (23,8 Prozent) und Brandenburg kommt der Kaiserschnitt noch seltener zum Einsatz - dagegen sind es im Saarland 38,1 Prozent.

Wie viele der erfassten Kaiserschnitte auf gezielten Wunsch hin ausgeführt wurden, ist nicht registriert. "Risiko und Nutzen einer geplanten Schnittentbindung sollten Schwangere mit ihrem Arzt sorgfältig abwägen", sagt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer GEK.

"Ohne medizinische Notwendigkeit birgt ein Kaiserschnitt keinen Vorteil für Neugeborene. Im Gegenteil: Viele Babys kämpfen mit Anpassungsstörungen und Problemen beim Atmen", sagt Marschall.

Im Schnitt verbringt eine Frau in Thüringen nach normaler Geburt noch vier Tage Krankenhaus, wie die Auswertung der Krankenkasse ergeben hat. Nach einem Kaiserschnitt sind es dagegen sechs Tage. (aze)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »