Ärzte Zeitung online, 03.11.2015

Hundertjährige

Zu Hause lebt es sich am Besten

Eine Studie der AOK Nordost zeigt: Hundertjährige, die noch zu Hause leben, müssen nur sehr selten ins Krankenhaus.

BERLIN. Die eigenen vier Wände tun alten Menschen offenbar gut. Das zumindest schließt die AOK Nordost aus einer Hundertjährigen-Studie, die das Gesundheitswissenschaftliche Institut (GeWINO) der Krankenkasse 2014 gestartet hat. 70 Prozent der 541 AOK-Nordost-Versicherten, die über 99 Jahre alt sind und noch zu Hause wohnen, wurden den Angaben zufolge im vergangenen Jahr kein einziges Mal stationär behandelt.

"Von den übrigen 30 Prozent waren die meisten, nämlich fast 20 Prozent, nur ein einziges Mal in der Klinik", sagte GeWINO-Leiter Thomas Zahn. Maximal eine Woche habe die Aufenthaltsdauer dann betragen.

Die meisten Hochbetagten (über 90 Prozent der Hundertjährigen) sind auf Pflege angewiesen, die Mehrheit ist in Pflegestufe 2 eingeordnet. Von ihnen schafft es immerhin fast die Hälfte, dank der Unterstützung vor allem von Angehörigen und ambulanten Pflegediensten, zu Hause zu leben. "Erst die Schwerstpflegebedürftigen mit Stufe 3 mussten zum Großteil im Pflegeheim versorgt werden", sagt Zahn.

Im Rahmen der Studie zeigt sich allerdings auch, dass Angehörige die unterstützenden Pflegedienstleistungen nicht voll in Anspruch nehmen. So nutzten 2014 fast 30 Prozent der Angehörigen das Angebot der Verhinderungspflege und zehn Prozent der Kurzzeitpflege. Tages- und Nachtpflege wurde dagegen gerade mal von sechs Prozent der Pflegenden angefordert.

Das GeWINO untersucht zusammen mit der Altersforscherin Adelheid Kuhlmey und dem Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft an der Charité, wie es hochbetagten Menschen in den Regionen Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gesundheitlich geht.

Die Ergebnisse der Hundertjährigen-Studie sollen helfen, Maßnahmen zu entwickeln, mit deren Hilfe sich die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft bewältigen lassen. (juk)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »