Ärzte Zeitung, 09.12.2015

Baden-Württemberg

Gröhe attestiert HzV-Partnern, die Versorgung zu stärken

Der Gesundheitsminister informiert sich bei Vertragspartnern in Baden-Württemberg über Selektivverträge.

Gröhe attestiert HzV-Partnern, die Versorgung zu stärken

VERAH Christine Wollmertshäuser, Dr. Christopher Hermann (AOK), Hermann Gröhe, Dr. Werner Baumgärtner (Medi), Dr. Berthold Dietsche (v.l.n.r.).

© Kienzle / AOK BW

STUTTGART. Nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) "können Selektivverträge die Versorgung der Patienten verbessern". Bei einem Besuch der AOK-Zentrale in Stuttgart informierte sich Gröhe am Dienstag bei den Partnern des seit 2008 bestehenden Hausarztvertrags (HzV).

Dabei verwiesen AOK, Medi und Hausärzteverband auf die positive Vertragsentwicklung: Inzwischen nähmen fast 4000 Haus- und Kinderärzte sowie rund 1,4 Millionen AOK-Versicherte an der Vereinbarung teil.

Parallel zur HzV sind seitdem zusammen mit der Bosch BKK insgesamt sechs Facharztverträge aufgelegt worden.

Dort sind bislang etwa 1500 Fachärzte und 500.000 Versicherte eingeschrieben. Im Gespräch mit dem Minister kündigten die Vertragspartner an, im kommenden Jahr mit den Urologen die siebte Fachgruppe in das Vertragsnetz einzubinden.

Gröhe informierte sich zudem über die Teamstruktur, die in vielen Hausarztpraxen im Zuge der HzV etabliert worden ist. Weitergebildete Versorgungsassistentinnen (VERAH) können den Hausarzt etwa bei Hausbesuchen entlasten.

Im Südwesten sind 2255 VERAHs im Einsatz, bundesweit sind es 7155. Im Rahmen des AOK-Hausarztvertrags wird die Beschäftigung der VERAH mit einem Zuschlag auf die Pauschale P3 in Höhe von fünf Euro vergütet.

Christine Wollmertshäuser ist eine der Fachkräfte, die in Absprache mit ihrem Praxischef in einem sogenannten VERAHmobil unterwegs zu Patienten ist. Die Anschaffung des Kleinwagens durch die Praxis wird von den Vertragspartnern gefördert.

Gröhe kommentierte die Entwicklung der HzV mit den Worten, die AOK und ihre Partner lieferten "ein sehr gutes Beispiel dafür, wie die ambulante ärztliche Versorgung gestärkt werden kann".

Im vergangenen Jahr wurde in den Facharztverträgen als ein Pendant zur VERAH die Entlastungsassistentin in der Facharztpraxis (EFA) etabliert. Auch sie soll delegationsfähige Aufgaben vom Arzt übernehmen. (eb)

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