Ärzte Zeitung online, 07.03.2016

Gehaltsranking 2015

So viel verdienen die Kassen-Chefs

TK-Chef Jens Baas ist 2015 der Topverdiener unter den Kassen-Vorständen gewesen. Was er und die anderen Krankenkassen-Bosse jährlich verdienten, ist nun öffentlich.

So viel verdienen die Kassen-Chefs

Bis zu 9000 Euro mehr flatterten manchen Kassen-Vorständen in die Taschen. SergZSV / istock / thinkstock

BERLIN. Mit 305.398 Euro hat TK-Chef Jens Baas rund 8000 Euro mehr nach Hause gebracht als im Vorjahr. Damit verdiente Baase weiterhin von allen Krankenkassen-Vorständen am meisten. Das geht aus Pflichtveröffentlichungen der Kassen im Bundesanzeiger hervor.

Der TK-Manager bringt damit mehr Geld nach Hause als die regionalen KV-Chefs. Spitzenverdiener in der GKV ist allerdings KBV-Chef Dr. Andreas Gassen, dessen Salär sich 2015 auf 336 192 Euro belief.

Die Nummer 2 unter den Krankenkassen, die Barmer GEK, zahlt ihrem Vorstandschef Christoph Straub auch mit 272 266 Euro das zweithöchste Gehalt, unterm Strich rund 7000 Euro mehr als 2014.

Die Gehaltshöhe korreliert in der Regel mit der Zahl der Versicherten der jeweiligen Kasse. Dies gilt ebenso für Herbert Rebscher, Chef der DAK-Gesundheit. Der langjährige Vorstand der drittgrößten Kasse ging 2015 mit 250 403 Euro nach Hause, rund 6000 mehr als ein Jahr zuvor

Anders als bei den führenden Ersatzkassen werden bei den regionalen AOKen Fixvergütungen sowie variable Gehaltsbestandteile gezahlt.

Bei der größten, der AOK Bayern, kommt Vorstandschef Helmut Platzer wie 2014 auf ein Fixum von 196 615 Euro sowie Zulagen von 51 600 Euro, rund 2000 Euro weniger als zuvor.

Bis zu 9000 Euro mehr

Etwas geringer fällt das Salär bei seinen AOK-Vorstandskollegen aus: In Hessen verdiente Detlef Lamm inklusive Zulagen knapp 232 000 Euro (plus etwa 3000 Euro), in Baden-Württemberg standen bei Christopher Hermann knapp 229 000 Euro auf dem Gehaltszettel (plus etwa 2000 Euro).

Günter Wältermann wurde der Posten als Vorstandschef der AOK Rheinland-Hamburg mit insgesamt 216 600 Euro dotiert. Im Segment der Innungskassen wurde Gerd Ludwig, Vorstand der mit 3,5 Millionen Versicherten größten IKK, mit rund 232 500 Euro am besten dotiert (plus 9000 Euro).

Bei der Deutschen BKK (1,1 Millionen Versicherte) wurde Vorstandschef Achim Kolanoski mit rund 221 500 Euro dotiert (plus 4000 Euro).

Dr. Doris Pfeiffer, Chefin des GKV-Spitzenverbands, ging mit 245 000 Euro nach Hause (plus 2500 Euro), Ulrike Elsner als vdek-Vorstandschefin erhielt 198 000 Euro, 9000 Euro mehr als 2014.Anfang 2015 hatte das Bundesversicherungsamt (BVA), dem die Vorstandsverträge vorab zur Prüfung vorzulegen sind, die Zügel angezogen.

Die Selbstverwaltung hatte bisher einen vergleichsweise großen Handlungsspielraum , da es keine fixen Vorgaben für die Beurteilung von Vorstandsgehältern gibt. Daher hatte die Kassenaufsicht die durchschnittliche Grundvergütung von Kassenvorständen in Abhängigkeit von der Zahl der Versicherten in Diagrammen erfasst.

So gab das BVA bei einer Kasse mit rund 500 000 Versicherten die Grundvergütung des ersten Vorstands mit rund 200 000 Euro pro Jahr an. Eine deutliche Überschreitung dieser Trendlinie, stelle „einen Indikator für unwirtschaftliches Verhalten dar“, hieß es in dem Rundschreiben.

Im jüngsten Tätigkeitsbericht für 2014 schreibt das BVA, in drei Fällen habe es Vorstandsverträgen von Kassenchefs die Zustimmung versagt. Alle drei Ablehnungsbescheide des BVA seien beklagt worden, heißt es. (fst)

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