Ärzte Zeitung online, 06.05.2016

PKV

Debeka plant Abrechnung per App

Ab dem dritten Quartal 2016 sollen Debeka-Kunden Arztrechnungen per App an den Versicherer übermitteln können.

KOBLENZ. Mit einer neuen App will die Debeka Krankenversicherung die Leistungsabrechnung beschleunigen und damit den Kundenservice verbessern.

Mit dem Angebot, das im dritten Quartal 2016 auf den Markt kommen soll, reagiert der Marktführer in der privaten Krankenversicherung nach Angaben von Vorstandschef Uwe Laue auf das steigende Interesse gerade jüngerer Kunden an solchen Kommunikationswegen.

Fotos von Rechnungen machen

"Mit dieser App können die Versicherten ihre Arztrechnungen und andere Belege direkt online an den Versicherer übermitteln, indem sie Fotos von Rechnungen machen und direkt an das Abrechnungssystem der Debeka weiterleiten", sagte Laue.

Die Leistungsabrechnung, die zurzeit im Schnitt fünf Arbeitstage beträgt, werde dadurch schneller. Zudem erhalten Kunden die Möglichkeit, den Stand der Bearbeitung zu verfolgen. Bei der Debeka reichen Versicherte pro Jahr fast 43 Millionen Rechnungen ein, zurzeit noch per Post.

Digitalisierung dürfe kein Selbstzweck sein, sondern müsse der verbesserten Kundenkommunikation und der Optimierung der Geschäftsprozesse dienen, sagte Laue. Die Debeka setze im Vertrieb weiterhin auf den persönlichen Kontakt zwischen Kunde und Vertreter.

 "Online-Abschlüsse wird es in naher Zukunft nur bei standardisierten Produkten geben, die nicht oder wenig beratungsintensiv sind, wie beispielsweise die Auslandsreise-Krankenversicherung."

Der Versicherer erzielte im Jahr 2015 Beitragseinnahmen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro, das war ein Zuwachs um 2,0 Prozent. Damit schnitt er besser ab als die Branche insgesamt, die um 1,3 Prozent zulegte.

"Das Beitragswachstum der Debeka beruht zum größten Teil auf der Gewinnung von Neukunden, da auch 2015 kaum Beitragsanpassungen notwendig waren und es teilweise zu Beitragssenkungen gekommen ist", sagte er.

Beiträge kaum angepasst

Die Debeka hat in den vergangenen Jahren die Beiträge kaum angepasst. Das wird sich in absehbarer Zeit ändern. Die privaten Krankenversicherer können die Beiträge nur unter bestimmten Bedingungen erhöhen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Leistungsausgaben deutlich stärker als kalkuliert zunehmen.

Bei der kommenden Anpassung wird die notwendige Absenkung des Rechnungszinses zu diesem Effekt noch hinzukommen und die Beiträge weiter erhöhen. Die Debeka werde aber Rückstellungen so einsetzen, dass es für die Versicherten nicht zu drastischen Beitragssprüngen kommen wird, kündigte Vorstand Roland Weber an.

Die Leistungsausgaben des Koblenzer Versicherers nahmen 2015 um 6,6 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zu. "Diese Leistungssteigerung ist auf das Bestandswachstum und auf die allgemeine Kostenentwicklung im Gesundheitswesen zurückzuführen", erläuterte Laue. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »

KBV legt acht Punkte für eine Reformagenda vor

Rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf und dem Start in eine neue Legislaturperiode hat die KBV ein Programm für eine moderne Gesundheitsversorgung vorgelegt. Was steht drin? mehr »