Ärzte Zeitung, 23.06.2016

Rechenschaftsbericht

Höhere Ausgaben für die PKV

Die PKV-Unternehmen haben 2015 mehr Geld ausgeben als noch im Jahr zuvor - vor allem für Klinikleistungen, Arznei und Verbandmittel. Indes stiegen die Einnahmen nur in geringem Maße.

Von Ilse Schlingensiepen

KÖLN. Bei den privaten Krankenversicherern (PKV) sind im vergangenen Jahr die Leistungsaufwendungen deutlich stärker gestiegen als die Beitragseinnahmen.

Dabei nahmen die Ausgaben pro Versichertem mit Ausnahme der Zahnbehandlung in allen Bereichen zu. Die stärksten Steigerungen verbuchte die PKV bei den allgemeinen Krankenhausleistungen sowie bei Arzneien und Verbandmitteln.

Das zeigt der PKV-Rechenschaftsbericht 2015, der anlässlich der PKV-Jahrestagung veröffentlicht worden ist.

Die Versicherungsleistungen der 42 Mitglieder des PKV-Verbands beliefen sich einschließlich der Schadenregulierungskosten im vergangenen Jahr auf 25,8 Milliarden Euro, das war eine Zunahme um 4,1 Prozent.

Während die Krankenversicherung um 4,0 Prozent auf 24,9 Milliarden Euro zulegte, gab es in der Pflegeversicherung mit 8,0 Prozent auf 950 Millionen Euro einen deutlich stärkeren Anstieg.

Geringste Steierung bei der Wahlleistung Chefarzt

Für die ambulante Arztbehandlung gaben die PKV-Unternehmen pro Versichertem 4,5 Prozent mehr aus als 2014. Die Ausgaben für Arzneien und Verbandmittel legten um 6,3 Prozent zu.

Insgesamt verzeichnete der ambulante Bereich, bereinigt um den Bestandszuwachs, ein Plus von 5,2 Prozent, bei den stationären Leistungen waren es 5,6 Prozent.

Hier nahmen die allgemeinen Krankenhausleistungen um 6,9 Prozent am deutlichsten zu. Die geringste Steigerung gab es mit 2,3 Prozent bei der Wahlleistung Chefarzt.

Die Branche verbuchte 2015 Beitragseinnahmen in Höhe von 36,8 Milliarden Euro, 1,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Davon entfielen 34,6 Milliarden Euro auf die Krankenversicherung, nur 0,9 Prozent mehr. Die Beitragseinnahmen in der Pflegeversicherung erhöhten sich um 9,4 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

70,3 Prozent der Beitragseinnahmen stammten aus der Vollversicherung. Im Kerngeschäftsfeld der PKV hat sich 2015 wie bereits berichtet das Abschmelzen des Bestands fortgesetzt. Ende des Jahres hatten knapp 8,8 Millionen Personen eine Vollversicherung, das waren 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Zwar erhöhte sich die Zahl der Wechsler von der GKV in die PKV um 4,2 Prozent auf 120.400. Mit 139.900 gingen aber mehr Menschen in die umgekehrte Richtung. Allerdings waren das 5800 oder 4,0 Prozent weniger als 2014.

Zahntarife bei GKV-Versicherten die beliebtesten Zusatzversicherungen

Ende 2015 hatten die Unternehmen 24,8 Millionen Zusatzversicherungen im Bestand, eine Steigerung um 1,7 Prozent. Den Großteil machten dabei mit 18,9 Millionen (plus 2,0 Prozent) Ergänzungspolicen zum GKV-Schutz aus. Am beliebtesten bei den gesetzlich Versicherten waren Zahntarife, gefolgt von ambulanten Angeboten.

Die Zahl der Versicherten, die in einem der "Sozialtarife" der PKV ihren Krankenversicherungsschutz haben, hat sich im vergangenen Jahr leicht erhöht. So waren 45.800 im Standardtarif versichert, ein Anstieg um 0,7 Prozent.

Der zum 1. Januar 2009 eingeführte Basistarif zählte mit 29.400 Versicherten 2,4 Prozent mehr als 2014.

Bei 16.500 von ihnen wurden allerdings die Beiträge wegen nachgewiesener Hilfebedürftigkeit halbiert, eine Erhöhung um 7,1 Prozent.Im Notlagentarif für PKV-Kunden, die ihre Beiträge nicht zahlen können, waren 115.800 Personen, 1,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Alterungsrückstellungen der Unternehmen erhöhten sich um 6,2 Prozent auf 219 Milliarden Euro. Die Verwaltungskosten nahmen um 1,1 Prozent auf 900 Millionen Euro zu, die Abschlussaufwendungen um 1,5 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

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