Ärzte Zeitung, 27.06.2008

Koalition uneins über Regelung zu Spätabtreibungen

BERLIN (dpa). Die große Koalition kann sich nicht auf eine neue gesetzliche Regelung der Spätabtreibungen verständigen. Deshalb prüfen Unionspolitiker jetzt, dazu einen Gruppenantrag im Bundestag einzubringen, dem sich auch Vertreter anderer Fraktionen anschließen können, sagte der CSU-Familienpolitiker Johannes Singhammer. CDU/CSU und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, zusätzlich Hilfen für schwangere Frauen in Konfliktsituationen zu prüfen.

Laut Singhammer will die Union die Ärzte bei der Beratung von Schwangeren stärker in die Pflicht nehmen. Eine absehbare Behinderung allein soll noch kein Grund für einen Abbruch sein. Ärzte sollen verpflichtet werden, Schwangere in Konfliktsituationen über die medizinischen und psychologischen Aspekte eines Abbruchs eingehend zu beraten.

Zwischen Beratung und Abtreibung sollen drei Tage Bedenkzeit liegen. Wenn ein Arzt diese Vorgaben nicht einhält, sollen ihm bis zu 10 000 Euro Geldbuße drohen. Die Frauen bleiben in jedem Fall straffrei. Die SPD hält eine gesetzliche Neuregelung nicht für erforderlich.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »