Ärzte Zeitung, 09.03.2010
Patientenbeauftragter will neue Fehlerkultur in Arztpraxen
Patientenbeauftragter lehnt Zwangsregister ab
BERLIN (hom). Der Patientenbeauftragte der
Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU), hat Vorwürfe
zurückgewiesen, er strebe ein bundesweites Zwangsregister
für ärztliche Behandlungsfehler an.

Wolfgang Zöller (CSU) will spätestens 2011 ein Patientenrechtegesetz im Bundesgesetzblatt stehen haben. © BMG
"Ich will, dass Fehler anonym registriert werden, um aus
diesen Fehlern lernen zu können", sagte Zöller im
Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Vertreter der
Ärzteschaft hatten Zöller vorgeworfen, er wolle die
Ärzte dazu verdonnern, Behandlungsfehler an eine zentrale
Stelle melden zu müssen.
Eine "Zwangsregistrierung über ganz Deutschland
hinweg" sei nie sein Ziel gewesen, betonte Zöller. Ein solcher
Schritt sei mit dem Prinzip des freien Arztberufs nicht vereinbar. In
Krankenhäusern und Arztpraxen müsse aber "eine neue
Fehlerkultur zum Tragen kommen", so Zöller "Unser Ziel muss
sein, dass wir möglichst viele Informationen bekommen, um
Fehler zu vermeiden." Dies sei auch für die Ärzte von
Vorteil. "Erkennt ein Arzt rechtzeitig, wo Schwachstellen sind, wird er
den Fehler später gar nicht erst machen müssen."
Laut Zöller soll das Melderegister für
Behandlungsfehler in dem von der von der Koalition geplanten
Patientenrechtegesetz festgeschrieben werden. Derzeit liefen
darüber Gespräche mit "allen Beteiligten", sagte
Zöller. "Mein Ehrgeiz ist, dass das Gesetz im
nächsten Jahr im Bundesgesetzblatt als erledigt abgehakt
werden kann."
Die Bundesärztekammer (BÄK) hatte sich auf
dem vergangenen 112. Deutschen Ärztetag in Mainz gegen ein
gesondertes Patientenrechtsgesetz ausgesprochen (wir
berichteten).
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