Ärzte Zeitung, 16.04.2010

Depression? Zwei Fragen führen an's Ziel

Priorisierung zu Lasten der Palliativmedizin?

Palliativmedizin oder eine neue Third-Line-Therapie bei Krebspatienten? Die Förderung von Innovationen geht leider immer noch häufig in die falsche Richtung. Das hat Professor Norbert Schmacke von der Universität Bremen beim Symposium der Bundesärztekammer zur Priorisierung während des Internistenkongresses beklagt.

"Das Geld fließt oft in die Entwicklung von Second- oder Third-Line-Therapien für Krebspatienten", sagte Schmacke - mit allen ihren unerwünschten Wirkungen wie Durchfälle oder Hautausschläge. Für ganzheitliche Behandlungsansätze gebe es dann zu wenig Geld. So komme es immer noch zu einer Posteriorisierung der Palliativmedizin, das heißt, es fehlen Mittel für deren adäquaten Ausbau.

Professor Peter C. Scriba aus München betonte, dass Ärzte die Freiheit haben müssten, auf das zu hören, was die Patienten wollen. "Vielleicht will eine Mutter eines jungen Kindes alle Nebenwirkungen auf sich nehmen, um nur zwei Monate zu gewinnen? Man muss es mit dem Patienten besprechen, das ist das Zauberwort", so Scriba.

In der Debatte um Priorisierung sei es entscheidend, dass rechtzeitig Klarheit geschaffen werde, was in der Therapie wirklich wichtig sei, sagte Dr. Stefan Lange, stellvertretender Leiter des IQWiG. Das gelte etwa in der Therapie von Demenzpatienten. Ohne eine solche Vorbereitung laufe man immer dem hinterher, was finanziert werden soll, "und das frisst uns buchstäblich die Haare vom Kopf", sagte Lange. (ger)

Lesen Sie dazu auch:
Niere bevorzugt Kombi mit Ca-Antagonisten
10 000 Schritte sollst du geh'n - so schwer ist Bewegung im Alltag gar nicht
Depression? Zwei Fragen führen an's Ziel
Priorisierung zu Lasten der Palliativmedizin?
Nierenpatienten: erst Eisen, dann Erythropoetin!
Mit der Teilzeitstelle kommt der Karriereknick
Wie ist das Gesamttherapieziel bei Diabetes zu erreichen?
Über 8000 Ärzte waren dieses Jahr beim Kongress
Internistenkongress 2011 mit Leitthema "Lebensphasen"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »