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Kommentar zu Stammzellforschung

Forscher im Dilemma

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:

Wissenschaftler, die sich in der Stammzellforschung engagieren, bewegen sich ständig auf einem schmalen Grat. Ihre Arbeit stößt zum Teil auf große ethische Bedenken, wie sie in der Debatte über die embryonale Stammzellforschung deutlich geworden sind.

Gleichzeitig sind mit der Stammzellforschung große Erwartungen verbunden. Für viele Patienten ist die Forschung der letzte Strohhalm bei der Suche nach Hilfe und Heilung. Umso fahrlässiger ist es, bei diesen Menschen aus Profitgier oder wissenschaftlicher Eitelkeit falsche Hoffnungen zu wecken.

Langfristig kann ein solches Verhalten dazu beitragen, den gesamten Wissenschaftszweig zu diskreditieren. Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates Professor Christiane Woopen mahnt deshalb zu Recht zu Ehrlichkeit in diesem Forschungssektor. Transparenz nach innen und nach außen muss für die Stammzellforscher das oberste Gebot sein.

Natürlich geht es nicht darum, Geheimnisse aus den Labors zu verraten. Die Öffentlichkeit muss aber verstehen können, was in der Stammzellforschung passiert, was heute oder künftig möglich ist und was nicht. Eine solche Offenheit ist notwendig, um die Stammzellforschung als eine Wissenschaft mit Potenzial zu sehen - und nicht als Teufelszeug oder Heilsbringer.

Lesen Sie dazu auch: Stammzellforschung: Zwischen Schlagzeilen und Seriosität

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