Kommentar zu Stammzellforschung

Forscher im Dilemma

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:

Wissenschaftler, die sich in der Stammzellforschung engagieren, bewegen sich ständig auf einem schmalen Grat. Ihre Arbeit stößt zum Teil auf große ethische Bedenken, wie sie in der Debatte über die embryonale Stammzellforschung deutlich geworden sind.

Gleichzeitig sind mit der Stammzellforschung große Erwartungen verbunden. Für viele Patienten ist die Forschung der letzte Strohhalm bei der Suche nach Hilfe und Heilung. Umso fahrlässiger ist es, bei diesen Menschen aus Profitgier oder wissenschaftlicher Eitelkeit falsche Hoffnungen zu wecken.

Langfristig kann ein solches Verhalten dazu beitragen, den gesamten Wissenschaftszweig zu diskreditieren. Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates Professor Christiane Woopen mahnt deshalb zu Recht zu Ehrlichkeit in diesem Forschungssektor. Transparenz nach innen und nach außen muss für die Stammzellforscher das oberste Gebot sein.

Natürlich geht es nicht darum, Geheimnisse aus den Labors zu verraten. Die Öffentlichkeit muss aber verstehen können, was in der Stammzellforschung passiert, was heute oder künftig möglich ist und was nicht. Eine solche Offenheit ist notwendig, um die Stammzellforschung als eine Wissenschaft mit Potenzial zu sehen - und nicht als Teufelszeug oder Heilsbringer.

Lesen Sie dazu auch: Stammzellforschung: Zwischen Schlagzeilen und Seriosität

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen

Röntgen-Thorax führte zur Diagnose

Kasuistik: Negativer D-Dimer-Test trotz akuter Lungenembolie

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Eine Frau liegt erschöpft auf einem Sofa.

© fizkes / stock.adobe.com

Patientenumfrage

Krebs: So häufig sind Tumorschmerzen