Ärzte Zeitung online, 19.12.2016

Digitalfunk / Notärzte

Bayern-Posse um Kosten für Geräteeinbau

KVB kritisiert fehlende Kostenübernahme bei Einbau von Digitalfunkgeräten im Notarztdienst

MÜNCHEN. Privatfahrzeuge, die als Notarztwagen genutzt werden, sollen in Bayern mit Digitalfunkgeräten ausgestattet werden. Freistaat und Krankenkassen übernehmen hier anteilig die Gerätekosten, die Kosten für den Einbau der Geräte sind aber strittig.

Deshalb hat die KV Bayerns (KVB) die Krankenkassen aufgefordert, endlich zu einer Lösung zu kommen. Es bestehe die Gefahr, dass die Leitenden Notärzte, Außenärzte und selbstfahrenden Notärzte nicht mehr optimal erreichbar seien und Patienten zu Schaden kommen könnten

Nach Angaben der KV weigern sich die Kostenträger, die Ausgaben für den Einbau der vorgeschriebenen Digitalfunkgeräte in Privatfahrzeuge zu übernehmen, die als Einsatz- und Kommando-Kraftfahrzeuge staatlich anerkannt seien.

Die Kostenträger müssten daher schnellstmöglich die Finanzierung der Einbaukosten der Digitalfunkgeräte zusagen. Laut KV sind etwa 400 Fahrzeuge betroffen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern sowie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (ARGE) als Kostenträger sehen sich hingegen nicht in der Pflicht. Für die Finanzierung von sogenannten Investitionskosten, also insbesondere der Beschaffungskosten, sei der Freistaat Bayern verantwortlich, teilte die ARGE mit. Hierzu zählten auch die Einbaukosten. Derzeit werde die Frage mit dem Bayerischen Innenministerium geklärt.

Seit über einem Jahr dauert der Streit um den Digitalfunk zwischen KV und Kostenträgern. Im Mai 2016 kam es zu einer ersten Einigung: Demnach übernimmt der Freistaat 85 Prozent der Gerätekosten, die Versicherungen 15 Prozent. Wer für den Einbaus zahlt, ist bislang ungeklärt. (bsc)

Topics
Schlagworte
Öffentlicher Gesundheitsdienst (176)
Organisationen
KV Bayern (895)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Jeder neunte Euro geht an die Gesundheit

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland steigen weiter. Im Jahr 2015 betrugen sie 344,2 Milliarden Euro oder 4 213 Euro je Einwohner. Auch die Prognose für 2016 liegt bereits vor. mehr »

Zahl importierter Malaria-Erkrankungen stark gestiegen

In den letzten Jahren ist die Zahl der Malaria-Erkrankungen in Deutschland deutlich gestiegen. Die unspezifische Symptomatik führt immer wieder zu potenziell lebensbedrohlichen Fehldiagnosen. mehr »

BGH befreit Durchgangsärzte von Haftung

Für die Folgen eines Fehlers bei der Diagnose und auch der Erstversorgung durch einen D-Arzt haftet nicht der Arzt, sondern die Unfallversicherung. Das hat nun der Bundesgerichtshof klargestellt. mehr »