Ärzte Zeitung, 10.12.2008

Kommentar

EU-Staaten können voneinander lernen

Von Petra Spielberg

Der EU-weite Mangel an Organspendern ist, gemessen am Bedarf, erschreckend. Es ist daher richtig, dass die EU Möglichkeiten auslotet, wie sich die Spendenbereitschaft erhöhen und zugleich die Sicherheit von Organtransplantationen verbessern lässt. Dieses Recht steht ihr nach dem EG-Vertrag zu. Zu begrüßen ist auch, dass die Kommission auf eine verstärkte Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten setzt.

So machen Länder wie Spanien und Belgien vor, wie es gelingen kann, die Zahl der Organspenden zu erhöhen: durch Informationskampagnen und die Einsetzung von Transplantationsbeauftragten, die geschult darin sind, potenzielle Organspender zu erkennen, Angehörige zu betreuen und durch gezielte Motivation das Engagement von klinischen Einrichtungen zu erhöhen, Organspenden vorzunehmen und zu melden.

Von solchen Beispielen kann auch Deutschland noch lernen. Die deutsche Transplantationsmedizin wiederum könnte anderen Ländern hinsichtlich Sicherheit und Qualität als Vorbild dienen.

Ein europäisches Regelwerk darf aber nicht dazu führen, dass bewährte Strukturen in Bürokratie ersticken. Damit wäre der Transplantationsmedizin ebenso wenig gedient, wie den Patienten, die dringend auf ein Organ warten.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
EU-Kommission will Zahl der Organspenden langfristig deutlich erhöhen

Topics
Schlagworte
Organspende (856)
Personen
Petra Spielberg (119)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

"GOÄ-Novelle bis Ende 2017 ist sportliches Ziel"

Wann kommt die neue GOÄ? Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" verrät GOÄ-Verhandlungsführer Dr. Reinhard genaueres. mehr »

"Harte Hand" schadet dem Schulerfolg

Den Lebenswandel eines Kindes kann ein sehr strenges Elternhaus negativ beeinflussen, belegt eine Studie. mehr »