Ärzte Zeitung, 17.12.2010

Fast jede Klinik in NRW hat Beauftragten für Transplantation

KÖLN (akr). In Nordrhein-Westfalen haben 98 Prozent aller Krankenhäuser mit Intensivstation einen Transplantationsbeauftragten. Das hat das Landesgesundheitsministerium jetzt mitgeteilt. Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage machten aber auch deutlich, dass zum Teil noch erhebliche Defizite bestehen.

Nur jede zweite Klinik komme der gesetzlichen Verpflichtung nach und dokumentiere Fälle von Menschen mit Hirntod, um sie mit Deutschen Stiftung Organtransplantation auszuwerten. Nur ein Drittel der Transplantationsbeauftragten habe eine Fortbildung der Ärztekammer zur Organspende besucht.

In NRW ist die Zahl der Organspenden seit 2009 rückläufig, nachdem sie zuvor einige Jahre gestiegen war. Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe Dr. Theodor Windhorst fordert, dass Krankenhäuser hirntote Patienten verpflichtend melden müssen. Außerdem müssten genügend Organ-Entnahmeteams einsatzbereit zur Verfügung stehen und die Kliniken eine klare Kostendeckungsgarantie erhalten. Auch die Mediziner sieht Windhorst in der Pflicht. "Die Menschen müssen zum Thema Organtransplantation auch durch die Ärzteschaft mehr und intensiver informiert werden", fordert er. Danach sollten sie erklären, ob sie zu einer Spende bereit sind.

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