Ärzte Zeitung, 28.02.2012

Organspende kurz vor dem Durchbruch?

Freie Fahrt für die Entscheidungslösung: Im Bundestag zeichnet sich ein Konsens bei der Organspende ab. Alle Fraktion ziehen nun offenbar an einem Strang - obwohl es ungeklärte Streitpunkte gibt. Am Mittwoch soll die Entscheidung fallen.

Organspende kurz vor dem Durchbruch?

Organspendeausweis: Bürger sollen sich bald öfter entscheiden.

© dpa

BERLIN (nös). Bei der Neuregelung der Organspende zeichnet sich ein Durchbruch ab. Alle fünf Fraktionen im Deutschen Bundestag wollen sich am Mittwoch final über einen gemeinsamen Gruppenantrag zur Einführung der Entscheidungslösung verständigen, wie die "Ärzte Zeitung" erfuhr.

Künftig sollen die Bürger regelmäßig nach ihrer Spendebereitschaft gefragt werden. Neben den Organspendeausweisen soll die Bereitschaft auch auf der elektronischen Gesundheitskarte vermerkt werden können.

Dazu gibt es gibt es einen fraktionsübergreifenden Konsens, erfuhr die "Ärzte Zeitung" sowohl aus Koalitions- als auch Oppositionskreisen.

Aus der schwarz-gelben Koalition hieß es am Dienstag zudem, der Zwang, sich entscheiden zu müssen, sei vom Tisch. "Es muss die Freiheit geben, sich nicht zu entscheiden."

Beratungen womöglich schon im März

Gerade bei diesem Thema gibt es aber offenbar weiter Streitpotenzial: "Der Teufel steckt bekanntlich im Detail", hieß es aus der Koalition.

Bei der Frage nach dem Zwang bestehe noch Verhandlungsbedarf. Aus der Opposition kam am Dienstagabend prompt das Dementi: Es gebe keinen Verhandlungsbedarf mehr beim Zwang, hieß es.

Dennoch schließt hinter vorgehaltener Hand manch ein Koalitionsvertreter nicht aus, dass letztlich doch noch einige Oppositionsabgeordnete ausscheren könnten. "Aber die Mehrheit wird kommen."

Der Gruppenantrag könnte bereits Mitte März in den Bundestag eingebracht werden. Er würde dann parallel zur Novelle des Transplantationsgesetzes behandelt.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hatte im Herbst vorgeschlagen, die Entscheidungslösung als Änderungsantrag darin aufzunehmen. Diesen Weg hatten allerdings Oppositionspolitiker abgelehnt, da sie Teilen dieses Gesetzes nicht zustimmen wollen.

In der Novelle wird vor allem europäisches Recht umgesetzt - etwa die Einführung von Transplantationsbeauftragten. Bereits Anfang März könnte die erste Lesung angesetzt werden, hieß es aus dem Umfeld des Bundesgesundheitsministerium.

[02.03.2012, 12:47:14]
Dr. Niki Zuka 
Ein modernes Märchen zum Thema
Liebe Redaktion, ich glaube nicht dass Sie dieses veröffentlichen, aber trotzdem sende ich Ihnen diese Märchen, sehr zum Thema passend:

Das Herz des Königs

Es war ein mal ein mächtiger König, der hatte mehr Reichtümer und Schätze als alle.
Dieser König wurde jedoch so wie alle Menschen alt und irgendwann auch krank. Er brauchte ein neues Herz, damit er weiterleben konnte.
Da er ein allmächtiger König war, ließ er unter seinen Fürsten im Land verkünden, dass der, der ihm ein Herz bringen würde, reich beschenkt würde. Die Fürsten des Landes überlegten nun, jeder für sich, wie sie an diese versprochenen Reichtümer kommen könnten, denn sie hatten nie genug und waren nicht zufrieden. So schickten sie Boten ins Land, die verkündeten, dass der, der bereit sei, seine Organe zu spenden, wenn er vorm Sterben wäre, zum Ehrenbürger der Stadt ernannt würde. Ehrenbürger zu sein war eine noble Sache, und so meldeten sich viele. Eines Tages, als es beim König ans Sterben ging, sein Herz versagte immer mehr, da sandte er an seine Fürsten die Nachricht, dass die Zeit dränge. Und so schickten sie wieder ihre Boten hinaus die verkündeten: Der, der einen Tropfen Blut geben würde in den Brunnen des Lebens, dem würde viel Ehre zuteil. Und da Ehre etwas sehr nobles war, kamen viele, und gaben einen Tropfen Blut, jeder in sein eigenes güldenes Becherchen, und ihnen allen wurde Ehre zuteil. Die Boten jedoch, und ihre Diener, sammelten die Becherchen ganz sorgfältig ein, und brachten sie zum Zauberer des Königs. Der Zauberer, Sanatas genannt, nahm die Becherchen mit dem Blut, jedes mit dem Namen des noblen Spenders versehen, und braute in seinen Zaubertöpfen aus jedem Blutstropfen ein Zaubergebräu. Eines von diesen kochenden Süppchen, eines von ihnen, das war anders als alle anderen. Es schimmerte ganz wunderbar blau und hatte einen herrlichen Glanz. Ja, dieser außergewöhnliche Tropfen Blut gebührte dem König, dem allmächtigen. Und das Herz des edlen Spenders, das natürlich auch.
Die Diener des Königs zogen nun aus, den zufinden, der das Herz für den König trug. Er war ein starker junger Bursche namens SUTSIRCH mit dem Herzen am rechten Fleck und ein kluges Köpfchen, das hatte er auch. Er hatte die Hexen im Wald belauscht und vom Sterben des Königs und den Plänen der Fürsten gehört.
So zog er aus, um sein Glück woanders zu suchen. Und wenn er nicht gestorben ist, dann war er am Ende doch noch schlauer als alle anderen und hatte aus seinen Fehlern gelernt.

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