Ärzte Zeitung, 02.10.2012

Münchner Lebern

Wurden Laborwerte manipuliert?

Schummeleien bei Leberspenden auch in München? Noch bis Anfang der Woche wies das Klinikum rechts der Isar diese Bericht zurück. Jetzt verdichten sich die Zeichen, dass womöglich doch manipuliert wurde.

Wurden in München doch Laborwerte manipuliert?

Klinikum rechts der Isar: Wurden doch Blutwerte manipuliert?

© Liz Lenormand / imago

MÜNCHEN (sto). Am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München gibt es jetzt den Verdacht, dass bei der Vergabe von Spenderorganen möglicherweise doch manipuliert worden sein könnte.

Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" existiert ein Gedächtnisprotokoll eines Arztes, das der Klinik vorliegt, welches den Verdacht nahelegt, dass in mindestens einem Fall ein Blutwert vorsätzlich manipuliert wurde, um einen Patienten bei der Organverteilung gezielt zu bevorzugen.

Ein hoher Gerinnungswert in einer Blutprobe habe die Transplantation bei dem betreffenden Patienten dringlich erscheinen lassen, tatsächlich stamme die Blutprobe aber nicht von diesem Patienten. Eine versehentliche Vertauschung erscheine unwahrscheinlich, heißt es in dem Bericht.

Bei den klinikinternen Prüfungen sollen bei insgesamt neun Lebertransplantationen Auffälligkeiten festgestellt worden sein. Vier Fälle davon gelten als kritisch.

Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch ließ inzwischen mitteilen, die festgestellten Auffälligkeiten würden sehr ernst genommen.

Staatsanwaltschaft und die Untersuchungskommission der Bundesärztekammer müssten schnellstmöglich und umfassend untersuchen.

Zu Beginn der Woche hatte sich das Klinikum rechts der Isar noch gegen alle Vorwürfe einer vorsätzlichen Täuschung zur Wehr gesetzt. Eventuelle Fehler seien durch Kommunikations- und Dokumentationsprobleme zustande gekommen.

In zwei Fällen, bei denen es um eine Transplantation bei Patienten mit einer Krebserkrankung ging, handele es sich um sehr schwierige Einzelfallentscheidungen.

[24.11.2012, 12:17:17]
Dr. Bernhard Pallmann 
Die deutsche Katastrophe - und "Gutachten"
"Ja", ueber 1 Monat spaeter, als dieser Artikel oben "Wurden Laborwerte manipuliert?" erschien, lautet die Antwort: "Ja,. vielfach." Alles Grauen kommt schrittweise ans Tageslicht: Die Deutschen "zaehlen" anders bei Transplantationen menschlicher Koerperteile als die uebrige Welt, die "Bayern" sowieso: da werden es dann virtuell "mehr" Spender, weil einzelne Organe z.T. separat wie der gesamte Koerper eines "Donors" bewertet werden. Gut fuer die "DSO"-Statistik", die "Medien"..!, aber halt bewusst gefaelscht. Und nun also staatlich - in diesem Falle "CSU"-unterstuetzter - Organhandel und kriminellste Banditen im weissen/gruen-sterilen OP-Kittel: der Verfasser ist ausdruecklicher Befuerworter bei Organ-Transplantationen und hat bereits mehrfach Spender/Angehoerige dazu motiviert/betreut. Ich hatte zudem gemeinsam mit Kollegen das Glueck, mehrere der unvergesslichen "Basler Leberwochen" mit bis zu 5000 Medizinern aus aller Welt als Organisator/Leiter der PR- und Pressestelle zu betreuen. Die Koryphaen der Gastrologie/Hepatologie/Chirurgie um Hans Popper/Mt. Sinai Hospital/USA, Thomas Starzl (der 1. human-Leber-Transplanteur 1963) etc. und Prof. Pichlmeier, Hannover, et. al oder die "Muenchner um Prof. Paumgartner", dann Freiburg mit damals Prof. Gerock et al. sowie viele andere und ihre hervorragenen Teams diskuterten mit uns offen und ohne jedwede "Verdrucktheit" die Kriterien der Spender und Empfaenger incl. alle ethisch-moralischen Aspekte. Das Klima war gepraegt von hoher Fachkompetenz und Vertrauen in die aerztliche sowie fachjournalistische Redlichkeit. Und nun das! Einer meiner Mentoren und unvergessenes, international hochgeachtetes Fortbildungs-Genie, Dr. Dr. Herbert Falk/Freiburg, wuerde sich - verzeihen Sie alle - mit Ekel abwenden.

Die Bayrische Staatsregierung "unter Horst Seehofer" soll also lt. des Geottinger Zentrums (s. "Focus" u.a. bereits August 2012) das "Projekt" ausdruecklich gefoerdert haben: "deutsche Transplanteure bauen im Nahen Osten Zentren auf." Ministerielle bayrische Stellen waren stets "eingebunden" und sind fuer jedermann nachlesbar. Was jetzt herauskam ist das Grauen pur und eine Katastrophe fuer das "Ansehen" der bundesdeutschen Nachkriegs-Medizin in aller Welt. Da hat der "Spiegel" (engl. Version) recht - und nennt als erster wenigstens den Vornamen mit Punkt hinterm Familiennahmern eines der Banditen.

Von den Verbrechern und ihren politschen Deckern selbst ausgewaehlte "Gutachter-Kommissionen" werden/sollen wieder einmal klaeren, was "Sache" ist -, einige der Mitdecker werden "zurueck-getreten", das Ganze wird sich im Sande verlaufen, die Spenderbereitschaft wird garantiert dadurch rasant gegen NULL laufen, wenn Sie als Aerzte sich umdrehen und wegschauen, sich nicht zu Wort melden, um ihre Verbrecher-Kollegen zu aechten!

Wir alle sehen in Bayern gerade am "flaechendeckenden Einzel-"Fall des unschuldig seit Jahren in der Bayreuther Forensik gefolterten und seiner Freiheit/Rechte beraubten Mollath Gustl, was aerztliche Gutachter, in diesen und vielen anderen Faellen "gerichtsbestellt" und mit vorselektierten Falsch-Akten gefuettert oder direkt politsch angewiesen, anrichteten. Ein Kahlschlag in das Vertrauen. Die gesamte Welt, wir und vor allem Sie, welchen unser aller Leben und Gesundheit in Ihre Hande gelegt sind, duerfen dieses nicht dulden. Bitte unterstuetzen Sie uns und alle redlichen "Docs" dieser Erde. Der "Aerzte-Zeitung" ist ausserordentlich zu denken, dass Sie unsere Kommentare ueberhaupt zulaesst. Sprecher Bernhard Pallmann, Anti-Korruption, "Alexander Zouras Medienpreis" (s. Internet)  zum Beitrag »

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