Ärzte Zeitung, 17.05.2013

Organspende

Bahr will BÄK-Richtlinien kontrollieren

BERLIN. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) spricht sich als Konsequenz aus den Manipulationsvorwürfen bei der Organvergabe für eine Kontrolle der BÄK-Richtlinien durch sein Ressort aus: "Bei den Richtlinien geht es um medizinische, ethische und rechtliche Fragen", sagte er der "Ärzte Zeitung".

Eine Einbeziehung des Parlaments geht für ihn allerdings zu weit: "Eine solch sensible Entscheidung über Kriterien bei der Vergabe kann nicht im Parteienstreit im Bundestag noch dazu vor Wahlen getroffen werden", sagte der FDP-Politikermit Blick auf den Organmangel.

Bahr: "Ich halte nichts von dem Ruf nach mehr Staat. Auch der Staat kann nicht bei jedem Arzt daneben stehen, und er sollte es auch nicht."

Er appelliert außerdem an die Bürger, sich bei der Entscheidung für oder gegen eine Organspende nicht von den Skandalen verunsichern zu lassen, denn seit dem vergangenen Jahr sind die Spenderzahlen teils drastisch eingebrochen.

"Diejenigen, die sich jetzt gegen eine Organspende entscheiden, treffen nicht die für die Manipulationen verantwortlichen Ärzte, sondern die Patienten auf der Warteliste", sagte Bahr.

|
Topics
Schlagworte
Organspende (818)
Organisationen
Bundesärztekammer (3722)
Krankheiten
Transplantation (2066)
Personen
Daniel Bahr (1057)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Mangelernährt in deutschen Kliniken

Es ist ein vernachlässigtes Thema: Kranke Menschen in deutschen Kliniken sind oft mangelernährt. Seltsamerweise wird das kaum wahrgenommen. mehr »

Mit Brustkrebs-Screening kein Überlebensvorteil

Haben Frauen mit Brustkrebs, der beim Mammografie-Screening diagnostiziert worden ist, einen Überlebensvorteil gegenüber Frauen mit symptomatischen Tumoren haben? Laut einer Studie nicht. mehr »

Stuttgarter Gericht greift Rechtsprechung an

Patienten müssen ihre Ärzte von der Schweigepflicht entbinden, wenn sie sich Lohnfortzahlung auch über sechs Wochen hinaus sichern wollen. Das Landesarbeitsgericht Stuttgart greift diese elf Jahre alte Rechtsprechung nun an. mehr »