Ärzte Zeitung, 19.06.2008

PKV will Qualitätsprofil schärfen

Absage an Ideen zu einer Einheits- und Basisversicherung

BERLIN (iss). Die privaten Krankenversicherer (PKV) stehen geschlossen hinter der privaten Vollversicherung und dem Prinzip der Kapitaldeckung.

Das betonte der Vorsitzende des PKV-Verbands Reinhold Schulte auf der Mitgliederversammlung in Berlin. "Unser Gesundheitswesen, alle Versicherten und Patienten brauchen eine starke PKV - in der Voll- und Zusatzversicherung - als Korrektiv zu leistungsfeindlichen Einheitslösungen."

Zwar gebe es ein Positionspapier von Vertretern einzelner Konzerne über die Zukunft der Sozialsysteme, das die Umstellung der Krankenversicherung auf eine einheitliche Basisversicherung skizziert. Dabei würden die Grenzen zwischen GKV und PKV fallen. Dies sei jedoch ein nicht mehrheitsfähiges Arbeitspapier, so Schulte. "Es kann keine Rede sein, dass die Branche eine Einheitsversicherung fordert. Im Gegenteil: Sie tritt für Pluralität und Wahlfreiheit ein."

Die PKV wolle sich künftig stärker vom Kostenerstatter zum Gesundheitsmanager entwickeln. "Unser Anspruch ist es, dass die PKV Vorbildcharakter hat." Dazu zählten eigene Qualitätsstandards und ein eigenes Konzept für die Privatmedizin. "Wir wollen auf Preise, Mengen und Qualität von Arzneien und Behandlungsmethoden in Zukunft stärker Einfluss nehmen als wir dies heute tun", sagte Schulte. Das solle in Partnerschaft mit Leistungserbringern geschehen.

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