Ärzte Zeitung, 03.02.2009

Pflege-Mindestlohn für private Anbieter "staatliches Diktat"

BERLIN (hom). Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), der mehr als 6000 ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen vertritt, hat die Einführung von Mindestlöhnen in der Altenpflegebranche als "staatliches Lohndiktat" kritisiert.

"Wenn man einen Mindestlohn einführt, darf dieser nicht der Mehrzahl der Pflegeeinrichtungen übergestülpt werden", erklärte bpa-Präsident Bernd Meurer. Etwa 60 Prozent aller ambulanten Pflegedienste und rund 40 Prozent der Pflegeheime befänden sich derzeit in privater Trägerschaft.

Die Einführung eines Mindestlohns in der Pflege gehe zudem hinter geltendes Recht zurück und sei angesichts des "gravierenden Kräftemangels" auch nicht erforderlich, so Meurer weiter. Sein Verband werde das vom Bundestag beschlossene Mindestlohn-Gesetz, das noch den Bundesrat passieren muss, genau prüfen. Auch einen Gang vor Gericht schloss der bpa nicht aus.

Topics
Schlagworte
Pflege (4518)
Personen
Bernd Meurer (67)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »