Ärzte Zeitung, 08.10.2009

Kommentar

Es geht um Transparenz

Von Christoph Fuhr

Wer kennt dieses Phänomen nicht aus seiner eigenen Schulzeit? Am Ende eines Schuljahres ist der Pennäler mit schwach ausreichenden Leistungen zum Beispiel in Chemie gerade noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Sechs Monate später, ohne veränderten Arbeitseinsatz - mit neuem Lehrer in der nächsthöheren Klasse - kommt dann die wundersame Steigerung. Chemie: Note gut! Wer schulpflichtige Kinder hat, der weiß: Diese Merkwürdigkeiten der Bewertung sind immer noch weit verbreitet. Zwei Lehrer, völlig identische Bewertungsgrundlagen, völlig unterschiedliche Noten.

Wenn Notengebung schon in der Schule oft nur holprig funktioniert, wie soll sie dann in Pflegeheimen reibungslos klappen - zumal das System dort noch in den Kinderschuhen steckt?

Klar scheint nach den kontroversen Diskussionen der vergangenen Wochen: Eine brauchbare Alternative zur Notenbewertung in Heimen ist trotz vieler noch vorhandener Widersprüche nicht zu erkennen. Es gibt weiter erheblichen Optimierungsbedarf. Und dabei darf das Ziel aller Bemühungen nicht aus den Augen verloren werden: Heime, die Defizite und miese Arbeit verschleiern, dürfen auf dem deutschen Pflegemarkt keine Chance haben!

Lesen Sie dazu auch:
Erste Pflegenoten zeigen gute und schlechte Qualität in Heimen

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