Ärzte Zeitung, 02.11.2009

Nach der Berufsordnung nun auch eine Kammer für Pflege?

Pflegekongress in Hamburg / Ziel: Mehr Qualität

HAMBURG (di). Nach der Berufsordnung nun die eigene Kammer - so wünschen sich Pflegeberufe die Zukunft. Die Initiative dafür aber muss von der Basis kommen.

"Wir werden nichts einführen ohne die Initiative aus dem Beruf", stellte Doris Röckendorf auf dem siebten Gesundheitspflege-Kongress in Hamburg klar. Die Referatsleiterin Fachberufe im Gesundheitswesen in der Hamburger Sozialbehörde reagierte damit auf Zukunftspläne von Pflegeexperten, die nach Verabschiedung der Berufsordnung für Pflegekräfte in Hamburg eine Pflegekammer anstreben.

Hamburg ist nach Bremen und Saarland erst das dritte Bundesland mit einer Berufsordnung für Pflegekräfte. Auf dem Kongress wurde dies als Meilenstein auf dem Weg zu einer größeren Professionalisierung des Berufs betrachtet. Nächster Schritt könnte nach Meinung mancher Experten eine eigene Kammer sein.

Hauptvorteil einer Berufsordnung ist für Pflegeexpertin Ingrid Smerdka-Arhelger, dass damit Aufgaben und Kompetenzen nach innen und außen verdeutlicht werden. Für Pflegedirektorin Christiane Kallenbach aus dem Hamburger Diakonie-Klinikum ist die Berufsordnung ein Dokument, "das deutlich macht, was wir den Patienten schuldig sind und welche Qualität Pflege haben muss".

Die Berufsordnung regelt erstmals Aufgaben und Pflichten aus den Bereichen Pflegeplanung, Organisation, Dokumentation und Evaluation. Auch eine Fortbildungspflicht wurde eingeführt. Was unter Ärzten heftig umstritten war, macht Pflegekräfte laut Kallenbach stolz. Denn künftig können sich die Pflegekräfte genauso wie die Ärzte Fortbildungspunkte für die besuchten Veranstaltungen gutschreiben lassen.

"Es ist wichtig, dass da etwas ebenbürtiges zu den Ärzten geschaffen wurde", sagte Kallenbach. Flächendeckende Kontrollen und Sanktionen für fehlende Fortbildungspunkte gibt es nicht. Smerdka-Arhelger hofft, dass Arbeitgeber nun die Fortbildung für Pflegekräfte stärker in den Fokus rücken. Bislang hätten Kliniken oft als erstes an den Bildungsbudgets gespart.

Topics
Schlagworte
Pflege (4518)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »