Ärzte Zeitung, 13.11.2009

Schmidt kritisiert Pflegepläne von Schwarz-Gelb

BERLIN (hom). Die frühere Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat Kritik an den Plänen der schwarz-gelben Koalition geübt, die Umlagefinanzierung in der gesetzlichen Pflegeversicherung um eine Kapitaldeckung zu ergänzen. "Ich halte das für einen falschen Weg", sagte Schmidt bei einer Veranstaltung zur Verabschiedung der Präsidentin des Pflegerats, Marie-Luise Müller, am Donnerstag in Berlin.

Das Umlagesystem sei das "Gerechteste, was es gibt", weil darin der soziale Ausgleich am besten organisiert sei, so Schmidt. Es sei unsozial, wenn künftig der Geldbeutel darüber entscheide, welche Pflegeleistungen ein Pflegebedürftiger einkaufen könne und welche nicht.

Schmidt machte sich erneut dafür stark, private und gesetzliche Pflegeversicherung zu einer Pflegeversicherung für alle zusammenzuführen. "Wenn sich alle Menschen in diesem Land zu den gleichen Bedingungen an der Finanzierung beteiligen würden, dann hätten wir auch das nötige Geld, um das, was menschengerecht ist und dringend gebraucht wird in der Pflege, zu finanzieren."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »