Ärzte Zeitung, 25.11.2009

GEK-Pflegereport belegt: Prävention zahlt sich aus

Deutsche altern gesünder / Kritik an fachärztlicher Versorgung in Heimen

BERLIN (hom). Haus- und Fachärzte spielen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, Pflegebedürftigkeit im Alter zu vermeiden oder aufzuschieben. Diesen Schluss legt der neue Pflegereport 2009 der Gmünder Ersatzkasse (GEK) nahe.

zur Großdarstellung klicken

Foto: Yuri Arcurs©www.fotolia.de

Tenor der von dem Bremer Sozialwissenschaftler Professor Heinz Rothgang erstellten rund 330 Seiten langen Studie: Die Deutschen leben nicht nur länger, sie altern auch gesünder.

So ist die Zahl pflegebedürftiger Personen in Deutschland seit dem Jahr 2000 zwar weiter gestiegen - auf insgesamt 2,4 Millionen im Jahr 2008. Gleichzeitig ist aber das altersspezifische Risiko, pflegebedürftig zu werden, zwischen 2000 und 2008 bei Männern jährlich um ein Prozent und bei Frauen sogar um 3,6 Prozent gesunken. Im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" wertete GEK-Vorstandschef Dr. Rolf-Ulrich Schlenker die Zahlen als einen Beleg dafür, "dass wir in Deutschland ein gut funktionierendes Medizinsystem haben".

Die Wahrscheinlichkeit, im Alter auf Pflege angewiesen zu sein, sei zwar weiterhin hoch, betonte Schlenker. Durch gezielte Prävention - auch und gerade im Alter -lasse sich Pflegebedürftigkeit aber aufschieben oder sogar vermeiden. Mitunter fehle es den Ärzten noch an "Sensibilität dafür, dass man mit Bewegung und einer Veränderung der Essgewohnheiten auch bei älteren Menschen etwas tun kann", sagte Schlenker.

Als "verbesserungswürdig" stufte er auch die fachärztliche Versorgung in Heimen ein. Alle Beteiligten müssten hier "mehr machen", so Schlenker.

Lesen Sie dazu auch:
Auf dem Land droht ein Pflegenotstand
Pflegekräfte sehen für sich Dauerkonjunktur
Psychisch Kranke bleiben bei der Pflege weiter im Nachteil

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »