Samstag, 4. Februar 2012
Ärzte Zeitung, 18.02.2010

Kommentar

Pflegekammer ist kein Selbstzweck

Von Thomas Hommel

Politische Initiativen zur Etablierung von Pflegekammern hat es in Deutschland in den vergangenen Jahren Dutzende gegeben. Auffallend ist, dass der Vorstoß dazu oftmals von den jeweiligen Oppositionsparteien ausging - so wie jetzt in Niedersachsen. Wechselten die Abgeordneten von den harten Oppositionsbänken auf die weichen Regierungssessel, wollten sie von ihrer Forderung nach einer Berufskammer für professionell Pflegende oft nicht mehr viel wissen.

Das ist schade, denn das Anliegen, für rund 1,2 Millionen Pflegefachkräfte eine berufliche Selbstverwaltung zu installieren - analog der von Ärzten, Apothekern oder Therapeuten - ist berechtigt: Wer die Bevölkerung vor unqualifizierter Pflege schützen will, braucht dafür eine Institution, die über die Qualität von Pflege wacht und schwarze Schafe, sprich fort- und weiterbildungsresistente Pflegekräfte, aussortiert.

Das Argument, die Pflegebasis lehne eine Berufskammer ab, weil diese mit einer Zwangsmitgliedschaft einhergehe, trägt nicht länger. Aktuelle Umfragen unter Pflegenden belegen eine hohe Zustimmung zur Pflegekammer. So ergab eine Befragung des Landespflegerates in Hessen, dass 98 Prozent der dort Pflegenden für eine Kammer sind. Die Politik sollte solche Voten nicht länger missachten.

Lesen Sie dazu auch:
Stehen Pflegekammern vor dem Durchbruch?

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Mit iPad gegen Tumoren

"Together it is possible - Gemeinsam können wir es schaffen", so das Motto des heutigen Welt-Krebstages 2012. Gemeinsam mit klinischen Partnern wollen Krebsforscher die rasche Umsetzung ihrer Forschungsergebnisse in die klinische Praxis erreichen. mehr »

Massage nicht auf Kassenkosten

Der Gesetzgeber hat alternativen Therapien einen besonderen Stellenwert eingeräumt, um sie zu fördern. Doch eine automatische Kostenübernahme bedeutet das noch lange nicht, wie nun ein Landessozialgericht entschieden hat. mehr »

Spahn droht Kassen mit Spargesetz

Kassenabschlag verringern und das AMNOG reformieren: Die Vorschläge des Unionspolitikers Jens Spahn hatten die Krankenkassen auf die Barrikaden gebracht. Jetzt schießt Spahn zurück - und droht mit einem "Kassenspargesetz". mehr »