Ärzte Zeitung, 24.02.2010

Kassen weisen Forderung nach Stopp der Pflegenoten zurück

Kassen wehren sich gegen Kritik am neuen Pflege-TÜV. Wo es Defizite gäbe, werde nachgebessert.

BERLIN (hom). Die Krankenkassen haben die Kritik am neuen TÜV für die mehr als 22 000 stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen in Deutschland zurückgewiesen.

"Die Pflegenoten abzuschaffen hieße, wieder einen Deckmantel über die Pflegeeinrichtungen mit den schlechten Pflegenoten zu legen und es gleichzeitig den Menschen schwerer zu machen, ein gutes Pflegeheim zu finden", sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, am Dienstag in Berlin. Noch nie habe es so viel Transparenz im Pflegesektor gegeben wie heute. Die Einführung der Pflegenoten werde wissenschaftlich begleitet. Stelle sich heraus, dass nachgebessert werden müsse, werde dies "schnell und zügig" geschehen, betonte Lanz.

Ähnlich äußerte sich ein Sprecher von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). Wichtig sei, dass das neue Bewertungssystem, das mit Schulnoten von eins bis fünf unterlegt ist, zu mehr Transparenz sowohl für pflegende Angehörige wie auch für Pflegebedürftige führe. "Das gilt insbesondere für die Qualität der Leistungsangebote", so der Sprecher.

Bayerns Sozialministerin Christina Haderthauer (CSU) hatte zuvor ein Stopp des Pflege-TÜV gefordert und dies unter anderem damit begründet, dass die Kriterien für die Begutachtung der Pflegeeinrichtungen ungeeignet seien (wir berichteten). Sie sprach von einer "Totgeburt".

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