Demenz-Report zeichnet düstere Prognose für ostdeutsche Städte

In weiten Teilen Ostdeutschlands gibt es einer neuen Studie zufolge bereits in 15 Jahren doppelt so viele Demenz-Kranke wie heute.

Veröffentlicht:
Demenz im Alter: Der Osten Deutschlands könnte in den kommenden Jahren besonders stark betroffen sein.

Demenz im Alter: Der Osten Deutschlands könnte in den kommenden Jahren besonders stark betroffen sein.

© GranAngular / imago

BERLIN (hom). Die Zahl der an Altersdemenz erkrankten Menschen in Deutschland wird in den nächsten 15 Jahren weiter steigen - jedoch fällt die Entwicklung regional sehr unterschiedlich aus.

Ostdeutsche Städte und Kommunen werden wegen ihres vergleichsweise hohen Anteils älterer und der Abwanderung jüngerer Menschen besonders stark betroffen sein. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Demenz-Report des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung hervor.

Darin werden erstmals sogenannte "Landkarten der Demenz" für alle Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz gezeichnet. Demzufolge würde die in Ostsachsen gelegene Stadt Hoyerswerda mit 3660 Betroffenen je 100.000 Einwohner einen bundesweiten Spitzenwert erreichen.

Derzeit gibt es in Deutschland rund 1,3 Millionen Demenz-Kranke, das heißt, auf 100.000 Einwohner kommen 1300 Patienten.

Westdeutsche Kreise wie Cloppenburg und Vechta in Niedersachsen bleiben dank ihrer überdurchschnittlich hohen Geburtenzahlen hingegen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Dies gilt auch für den erweiterten Speckgürtel um die bayerische Landeshauptstadt München. Dort zieht das Angebot an Arbeitsplätzen junge Menschen an.

Instituts-Leiter Dr. Reiner Klingholz betonte, die Demenz stelle Gesellschaft und Politik vor neue Herausforderungen. "Diese sind gerade dort am größten, wo die Jungen abwandern und die zurückbleibenden Älteren zum Teil von Armut bedroht sind", betonte Klingholz.

Die "Landkarte der Demenzen" solle Entscheidungsträgern in Kommunen, Kreisen, Kantonen und Bezirken dabei helfen, Versorgungsangebote für Betroffene besser planen zu können.

Aussagen macht die Studie auch zu den Kosten der Demenz. Genannt werden 42.500 Euro, die jährlich für einen Demenz-Kranken anfallen. Diagnose, Arzneien und Arztbesuche bilden dabei den kleinsten Posten.

Der Löwenanteil entfällt auf Pflege und Betreuung. Den größten Teil der anfallenden Betreuungskosten müssen die Betroffenen oft selber tragen.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Interview

Was eine gute Reha beim Post-COVID-Syndrom ausmacht

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion

Niere schützen bei HFrEF – aber wie?

Infektionsschutz bei Krebspatienten

Hämatologische Neoplasien: Welche Impfungen bei Betroffenen sinnvoll sind

Lesetipps
Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?