Kongress, 11.05.2011

Eckpunkte zur Pflegereform bis zum Sommer

BERLIN (HL). Bei allem personellen Wandel an der Spitze des Bundesgesundheitsministeriums gilt: Inhaltlich bleibt die Politik kontinuierlich, und das soll auch für die geplante Pflegereform gelten, wie die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz am Mittwoch (11. Mai) bei der Eröffnung des Kongresses in Berlin versicherte.

Eckpunkte zur Pflegereform bis zum Sommer

Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz: "Die Menschen sollen keine Angst haben, ein Pflegefall zu werden."

© dpa

Eingeläutet wurde das "Jahr der Pflege" - so das Motto des in das Amt des Bundeswirtschaftsministers wechselnden Philipp Rösler - mit dem Dialog von Politik, Pflegeberufen, Patientenvertretungen, Wissenschaftlern und ehrenamtlich engagierten Bürgern. Das Ziel, so Widmann-Mauz: "Ich möchte ein System, in dem die Menschen keine Angst davor haben, ein Pflegefall zu werden."

Auf der Basis eines neuen Pflegebegriffs, der neben körperlichen Einschränkungen wesentlich stärker auch die mentale Situation älterer Menschen berücksichtigen soll, sollen neue differenzierte ambulante Betreuungsleistungen und -formen entwickelt werden.

Minutenpflege wird aufgegriffen

Aufgreifen will die Koalition die nach definierten Leistungen gegliederte Minutenpflege. Alternativ sollen Pflegebedürftige Mittel für Zeitkontingente erhalten, innerhalb derer die Betreuung individuell ausgestaltet werden kann.

Gemeinsam mit dem Bundesforschungsministerium soll eine Versorgungskette für die medizinische und pflegerische Versorgung von Demenzkranken erarbeitet werden.

Verknüpft wird die Pflegereform mit einer Neuordnung der Ausbildung, die künftigen Pflegern mehr Flexibilität in der Berufsausübung geben soll. Ob junge Menschen für den Beruf begeistert werden können, hänge von den Arbeitsbedingungen ab. Einer angemessenen Erhöhung der Gehälter stehe nichts im Wege.

Lesen Sie dazu auch:
VdK: Neuer Gesundheitsminister muss sich um Pflege kümmern

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »