Ärzte Zeitung, 29.11.2011

Die meisten Frauen werden zum Pflegefall

Frauen werden deutlich häufiger pflegebedürftig als Männer - und selbst bei den Herren ist schon jeder Zweite gefährdet. Eine weitere Erkenntnis des Pflegereports der Barmer GEK: Frauen sind länger auf Pflege angewiesen.

Sieben von zehn Frauen werden pflegebedürftig

Eine Frau im Pflegeheim: Laut des aktuellen Barmer GEK Pflegereports sind Frauen länger pflegebedürftig als Männer.

© antikarium - Fotolia.com

BERLIN (af). In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Risiko für Frauen, im Verlauf ihres Lebens pflegebedürftig zu werden, von 65 auf 72 Prozent erhöht.

Für Männer hat das Zentrum für Sozialpolitik in Bremen eine Gesamtlebenszeitprävalenzsteigerung von 41 auf 50 Prozent ermittelt.

2,3 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland hat seit 2001 von 2,08 Millionen um rund 300.000 auf 2,34 Millionen zugenommen.

Dazu kommen einer Hochrechnung der Bremer Sozialwissenschaftler von 2010 folgend 1,2 Millionen Demenzkranke.

Zusätzliche Betreuungsleistungen wachsen

Ein Schwerpunkt des am heutigen Dienstag in Berlin vorgestellten Reports sind die 2008 eingeführten zusätzlichen Betreuungsleistungen (Pflegestufe 0) für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Das sind Leistungen, die Demenzkranken, geistig Behinderten und psychisch Erkrankten heute schon zustehen.

Ende 2010 nahmen rund 163.000 Menschen die bis zu 2400 Euro im Jahr in Anspruch, die sie für niedrigschwellige Angebote ausgeben können.

Nach der Einführung der Leistung 2008 sprangen diese Kosten für die soziale Pflegeversicherung 2010 von 2,4 Millionen auf mehr als 65 Millionen Euro.

Zusätzliche Milliarde Euro zu wenig

Die von der Regierung geplante Reform der Pflegeversicherung fand ein geteiltes Echo. Gut sei, dass das Umlageverfahren zur Finanzierung weitgehend beibehalten werde, sagte Barmer GEK-Vize Dr. Rolf-Ulrich Schlenker.

Die mit der Reform in Aussicht gestellte zusätzliche Milliarde Euro sei zuwenig, kritisierte Report-Studienleiter Professor Heinz Rothgang.

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