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Künftige Pflege

"Mit Schleckerfrauen und Straftätern nicht zu meistern"

Eine Pflegekammer, ein Berufsgesetz und mehr Wertschätzung: Verbandsvertreter haben auf dem 10. Gesundheitspflege-Kongress deutliche Forderungen an die Politik gestellt.

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HAMBURG (di). Ungeduldig und selbstbewusst präsentierten sich die Verbandsvertreter auf dem 10. Gesundheitspflege-Kongress in Hamburg.

Sie forderten Politiker zum Handeln auf. "1,2 Millionen Pflegende sind ein enormes Machtpotenzial. Wir sind auch Wähler", sagte Andreas Westerfellhaus zum Kongressauftakt.

Der Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR) machte deutlich, dass Politiker gut beraten sind, dieses Potenzial nicht zu unterschätzen. Denn ein Tag ohne Pflegekräfte im Krankenhaus ist nach seiner Einschätzung eine noch wirksamere Drohkulisse als ein Tag ohne Ärzte.

Nachdem sich das Jahr der Pflege 2011 aus seiner Sicht als Flop herausgestellt hat, erwarten die Pflegenden nun von der Politik Rahmenbedingungen, die die Ausübung des Pflegeberufes wieder attraktiver macht.

Dazu zählen die Einführung einer Selbstverwaltung, ein Berufsgesetz Pflege, an dem die Betroffenen mitwirken können und eine "enge, Wert schätzende Kooperation mit Ärzten".

Umdenken erforderlich

Die Wertschätzung griff auch Harm van Maanen, Executive Vice President vom Kongressausrichter Springer Medizin auf.

Nach seinen Erfahrungen haben erste Kliniken bereits eingesehen, dass der Alltag mit ausgedünnten Personaldecken in der Pflege nicht zu bewältigen ist.

Dieses Umdenken in den Einrichtungen sei eine Voraussetzung für steigende Wertschätzung. Zweite Voraussetzung: Professionalität.

Genau die verlieren Politiker laut Westerfellhaus aber aus den Augen, wenn sie "niedrigschwellige Zugänge" in die Pflege fordern.

Mit "Schleckerfrauen und Straftätern" seien die Herausforderungen in der Pflege aber nicht zu meistern, so Westerfellhaus.

Für dessen Forderung nach einer Pflegekammer zeigte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) zwar Verständnis, versprach aber keinen Vollzug.

Sie forderte hierzu repräsentative Umfragen in der Berufsgruppe. Voraussetzung sei aus ihrer Sicht: "Es muss wirklich der Wunsch derjenigen sein, die diesen Beruf ausüben."

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Unbequeme Fragen zum Wert der Pflege

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