Ärzte Zeitung, 18.01.2013

Brandenburg

Stärkung des Ehrenamts in der Pflege

Für mehr ehrenamtliche Hilfsstrukturen plädiert Brandenburgs Sozialminister Baaske.

POTSDAM. Ehrenamtliche Betreuung für Pflegebedürftige wird immer wichtiger. Diese Auffassung vertritt der Brandenburger Sozialminister Günter Baaske (SPD).

"Die Zahl der Pflegebedürftigen in Brandenburg wird weiter deutlich steigen. Um dies bewältigen zu können, brauchen wir nicht nur mehr ausgebildete Pflegekräfte, sondern auch neue Hilfsstrukturen in der Gesellschaft. Dazu gehört ganz wesentlich das Ehrenamt", so Baaske Anfang Januar.

Nach seinen Angaben leben derzeit in Brandenburg rund 96.000 pflegebedürftige Menschen. Das seien 50 Prozent mehr als 1999. Bis 2030 rechnet das märkische Sozialministerium mit einer weiteren Zunahme um 70 Prozent auf über 160.000 Pflegebedürftige.

Zugleich ist das Flächenland bundesweiter Spitzenreiter bei der häuslichen Pflege. 77 Prozent der Pflegebedürftigen in Brandenburg werden zuhause betreut. "Das ist ein bundesweiter Spitzenwert. Zugleich aber ist dies für die Angehörigen häufig eine große Herausforderung", so Baaske.

Sie bräuchten bei der Doppelbelastung von Beruf und Pflege Unterstützung, seien auf funktionierende Nachbarschaften, kluge Arbeitgeber und auf unkomplizierte Unterstützung durch Ehrenamtler angewiesen.

Beispielhaft verwies Baaske unter anderen auf das Projekt "Vereinbarkeitslotsen Beruf und Pflege", das seit Sommer 2012 in Eisenhüttenstadt läuft. Die Vereinbarkeitslotsin Jana Liebhart informiert Arbeitgeber über gesetzliche Möglichkeiten zur Unterstützung von pflegenden Beschäftigten.

22 ehrenamtlich tätige Frauen und drei Männer beantworten Berufstätigen Fragen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf und entwickeln mit ihnen individuelle Entlastungskonzepte. "Der Beratungsbedarf von Betroffenen und Arbeitgebern steigt spürbar", so Baaskes Diagnose.

Er vertritt auch die Auffassung, dass Betriebe hier mehr Sensibilität entwickeln müssen. "Angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs müssen sie Interesse zeigen, um ihre Mitarbeiter zu halten", so Baaske. (ami)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »