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Ärzte Zeitung, 04.03.2013

Reha

Was haben die Reformen bewirkt?

Der Gesetzgeber war fleißig: Mit vielen Reforminitiativen hat er versucht, Reha-Leistungen zu verbessern und den Zugang zu vereinfachen. Ob die Versorgung effektiv ist, vermag auch die Bundesregierung nicht zu beurteilen.

Von Helmut Laschet

Was haben die Reformen bewirkt?

Eine Ergotherapeutin übt mit eniem kleinen Kind, die motorischen Fähigkeiten zu verbessern.

© Klaus Rose

BERLIN. Gemessen an gesetzgeberischer Aktivität hat die schwarz-gelbe Koalition in Sachen Rehabilitation eine beachtliche Leistungsbilanz aufzuweisen - gemessen daran, ob die Versorgung wirksamer und besser zugänglich geworden ist, bleiben im Wesentlichen Hoffnungswerte.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Bundestagsfraktion zur Entwicklung der medizinischen Rehabilitation hervor.

In einer Fülle von Gesetzesänderungen hat die Koalition versucht, die Reha zu verbessern und auszubauen. Zum Beispiel:

Pflegeneuausrichtungsgesetz: Stärkung des Grundsatzes Reha vor Pflege, Beratungsanspruch von Pflegebedürftigen und Angehörigen durch die Pflegekassen;

Infektionsschutzgesetz: Schiedsstellenverfahren für Versorgungsverträge in der stationären medizinischen Reha;

GKV-Versorgungsstrukturgesetz: Konkretisierung des Entlass-Managements als Teil der Krankenhausbehandlung;

Transplantationsgesetz: Absicherung von Organspendern verbessert; Leistungsanspruch auch auf medizinische Reha;

Neue Fassung der Begutachtungsempfehlungen für Mütter/Väter-Kind-Kuren nach anhaltender Kritik über die zögerliche Bewilligungspraxis durch die Kassen.

Leistungen bei Mutter-Kind-Kuren gestiegen

Wirtschaftsfaktor Rehabilitation

Arbeit: Die Branche beschäftigt 120.000 Arbeitskräfte in 1233 Einrichtungen überwiegend in ländlichen Regionen.

Umsatz: Rund acht Milliarden Euro werden jährlich für Reha-Leistungen ausgegeben; Tendenz steigend.

Versorgung: Knapp zwei Millionen Patienten erhielten im Jahr 2011 Reha-Leistungen.

Nach einem Rückgang im Jahr 2008 sei die Zahl der bewilligten ambulanten und stationären Reha-Fälle in der GKV auf 738.000 im Jahr 2011 gestiegen. Eine Prozentzahl nennt die Bundesregierung nicht.

In den ersten neun Monaten 2012 habe es einen Anstieg um 2,2 Prozent gegeben. Bei Mutter-Kind-Kuren seien die Leistungen um 13 Prozent gewachsen.

Ob Reha-Leistungen der GKV besonders vulnerablen Gruppen zugute kommen, kann jedoch aufgrund des statistischen Materials nicht beurteilt werden - anders als bei Reha-Leistungen der Rentenversicherung.

Unscharf bleiben auch die Aussagen zur Versorgungsstruktur, die in der Verantwortung der Länder liegt. Ebenso wenig sind Angaben über Verträge zur Integrationsversorgung möglich.

Verfahren soll verschlankt werden

Zur Klage von Ärzten über bürokratische Antragsverfahren verweist die Bundesregierung auf Beratungen zwischen KBV und GKV-Spitzenverband mit dem Ziel, das Verfahren zu "verschlanken".

Trotz rückläufiger Ausbildungszahlen bei nichtmedizinischen Heilberufen und eines insgesamt nur leichten Anstiegs der Zahl von Fachkräften zwischen 2001 und 2011 vermag die Bundesregierung nicht zu erkennen, dass ein Fachkräftemangel drohen könnte.

Schließlich ist Reha auch Gegenstand der Versorgungsforschung: Insgesamt laufen 75 Projekte mit einem Volumen von 21,5 Millionen Euro in einem Zeitraum von 2008 bis 2014.

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