Ärzte Zeitung, 02.04.2013

Pflegebeirat

Vier Milliarden mehr für Pflegebedürftige

BERLIN. Bis zu vier Milliarden Euro im Jahr sollen künftig zusätzlich für Pflegebedürftige ausgegeben werden. So schlägt es Klaus-Dieter Voß vor, Chef des Beirats, der einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff entwickelt.

"Demente sollen mehr bekommen, bei Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung könnte es leichte Abstriche geben", sagte er der "WirtschaftsWoche".

Diese Zahl wollten andere Mitarbeiter des Pflegebeirats auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" nicht bestätigen. Fest stehe jedoch, dass Pflegebedürftige, die bereits Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten, mit der Umstellung auf neue Pflegestufen nicht schlechter gestellt werden sollen, hieß es aus Regierungskreisen. Für diese Personen arbeite der Beirat an einem "Überleitungsmodell".

Mit dem neuen Begriff strebt die Bundesregierung einen Paradigmenwechsel an: Statt darauf zu fokussieren, was der Einzelne nicht mehr kann, soll die Selbstständigkeit gefördert werden - auch mit finanziellen Anreizen.

Auch sollen Betroffene und Angehörige beim Umgang mit psychischen Belastungen und bei der Pflege sozialer Kontakte unterstützt werden.

Bisher werden die Leistungen der Pflegeversicherung vor allem daran bemessen, wie viel Zeit für Pflegemaßnahmen oder etwa Hilfe im Haushalt benötigt wird.Zudem überarbeite der Beirat die Begutachtung und Leistungen für pflegebedürftige Kinder, hieß es in Berlin. (jvb/sun)

Topics
Schlagworte
Pflege (4607)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromiss im Tauschhandel?

18:31 Kaum verkündet, war der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Doch jetzt soll der Koalitionsausschuss eine Einigung bringen. Offenbar bahnt sich ein Handel zwischen CDU und SPD an. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »