Ärzte Zeitung, 27.05.2013

Berlin

Pflegekassen gehen gegen Betrug vor

BERLIN. Pflegedienste rechnen Leistungen ab, die sie gar nicht erbracht haben. Dieser Vorwurf ist in Berlin kein Einzelfall. 2012 wurde noch in 57 solchen Verdachtsfällen ermittelt, Ende April waren es bereits 75, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte.

Eine Vereinbarung zur Kooperation gegen Abrechnungsmanipulation und Leistungsmissbrauch zwischen dem Land, den Bezirken und den Pflegekassen in Berlin soll nun Abhilfe schaffen. Anfangs wollten nicht alle Kassen die Vereinbarung unterzeichnen.

Vor allem der Ersatzkassenverband vdek hatte Änderungswünsche und verwies auf ausstehende Rechtsgrundlagen. Über das Assistenzpflegegesetz sind inzwischen die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen worden. Jetzt sind auch die Ersatz- und Betriebskrankenkassen der Kooperationsvereinbarung angeschlossen.

Sie soll durch Informations- und Datenaustausch unseriöse Pflegedienst-Anbieter schneller entlarven und die Handlungsmöglichkeiten erweitern. Die Partner stimmen Strategien zur Bekämpfung von Fehlverhalten ab.

Im Internet bietet die Senatsgesundheitsverwaltung eine Broschüre unter dem Titel "Häusliche Pflege - Was tun bei Pflegefehlern, Abrechnungsmanipulation und Gewalt" an. (ami)

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