Ärzte Zeitung, 29.05.2013

Schleswig-Holstein

AWO sammelt "Zeitspenden" für die Pflege

KIEL. Zeit schenken für die Pflege können Menschen aus Schleswig-Holstein bei einer ungewöhnlichen Aktion der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Die AWO sammelt Zeitspenden von Menschen, die die Pflege ehrenamtlich unterstützen wollen.

Wie die Menschen die von ihnen gespendete Zeit zur Unterstützung der Pflege verbringen, können sie selbst entscheiden.

Mit der Aktion macht die AWO zugleich darauf aufmerksam, dass professionelle Pflegemitarbeiter unter starkem Zeitdruck arbeiten müssen und zahlreiche Angehörige viel Zeit für die Pflege innerhalb der Familie aufwenden.

Die AWO vermisst derzeit noch die politische Sensibilität für das Thema. "Momentan wird die Zeitnot in der Pflege meist als persönliches Problem der Angehörigen, der Pflegekräfte oder der pflegebedürftigen Menschen selbst angesehen, und die Politik lässt sich Zeit mit echten Reformen", hieß es zum Auftakt der Aktion.

Die AWO fordert mehr gesellschaftliche Anerkennung für die Leistung der pflegenden Angehörigen. Die demografische Veränderung müsse gesellschaftliche Aufgabe, und nicht länger allein eine Aufgabe der Pflege sein.

Die AWO macht in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass der zeitliche Aufwand für die Angehörigenpflege dem eines Vollzeit-Arbeitsplatzes nahe kommt und ihn vereinzelt auch übersteigen kann - immer weniger Pflegende von Angehörigen aber können heute auf ihre Berufstätigkeit verzichten. (di)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »