Ärzte Zeitung online, 24.01.2014

Ausländische Pflegekräfte

Westerfellhaus kritisiert "falsche Reihenfolge"

Chinesische und spanische Fachkräfte für Deutschlands Pflege? Der Präsident des Deutschen Pflegerats sieht die Republik damit auf dem falschen Weg: Er kritisiert die verkehrte Reihenfolge.

© Springer Medizin

BERLIN. Der Präsident des Deutschen Pflegerates, Andreas Westerfellhaus, hat die Anwerbung von ausländischen Pflegekräften als falschen Weg kritisiert. Er habe "ganz schwere Kritik an der Reihenfolge", sagte er im Video-Interview mit der "Ärzte Zeitung" auf dem ersten Deutschen Pflegetag in Berlin.

Westerfellhaus verlangte, zunächst die Arbeitsbedingungen für die 1,2 Millionen Pflegekräfte in Deutschland zu verbessern. Andernfalls werde man diese verlieren. Das zeige die tägliche Erfahrung.

Seine Kritik zielt darauf ab, dass auch die ausländischen Pflegekräfte nicht lange in Deutschland blieben, wenn sich die Rahmenbedingungen hierzulande nicht ändern. Westerfellhaus: "Wie, bitteschön, wollen wir hochqualifizierte Pflegekräfte aus anderen Staaten, die eine akademische Ausbildung haben, in Deutschland klarmachen, unter solchen Rahmenbedingungen zu arbeiten?" (eb)

[27.01.2014, 19:59:02]
Dr. Anne-Kathrin Riethling 
Falsche Reihenfolge
Wer ein hohes Alter ohne ernsthafte Krankheiten erreicht, hat die Aussicht auf einen sanften Tod, ohne jemals ein Pflegefall gewesen zu sein. Im Zusammenhang mit der steigenden Zahl von Pflegefällen sollte bitte mal darüber nachgedacht werden, dass seit Jahren an der Genehmigung von Kuren gespart wird. Das Ziel, sich bei beginnenden Beeinträchtigungen schnell wieder zu stabilisieren und lange gesund zu bleiben, wird damit nicht gefördert. zum Beitrag »
[27.01.2014, 09:58:12]
Frank Albohn 
Kosmetische Übungen
Herr Westerfellhaus hat natürlich recht - die Anwerbung von Pflegefachkräften aus dem Ausland, löst unsere hausgemachten Probleme bei der angemessenen Betreuung und Versorgung von Pflegebedürftigen nicht!! Die Politik und die Vertreter der Kostenträgerseite gefallen sich darin, mit kosmetischen Übungen (z. B. Anwerbung ausländischer Kräfte, Beauftragung von Studien, Fortbildungsoffensiven, Imageaktionen für die Pflegeberufe)von den lange bekannten Lösungen abzulenken... Was gegen den täglichen Pflegenotstand wirklich hilft, dass sind die massive Verbesserung der Arbeitsbedingen (mehr qualifiziertes Personal!), die sehr deutliche Anhebung der Vergütung für die Pflegeprofis sowie die Eröffnung von Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten für die Pflegeberufe! Mit anderen Worten: Wir brauche den Mut und die ehrliche Bereitschaft, den Pflegeberuf neu zu denken!!!

Frank Albohn, Krankenpfleger und Diplom-Pflegewirt (FH)
Frankfurt am Main

 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »