Ärzte Zeitung, 24.09.2015

Als App

Saarland bietet gebündelte Pflege-Infos

SAARBRÜCKEN. Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) hat eine neue Pflege-App für das Saarland freigeschaltet. Nach Ministeriums-Angaben ist das Saarland das erste Bundesland, das die Informationen auch für mobile Endgeräte bereitstellt.

"In der App haben wir alle Informationen rund um das Thema Pflege übersichtlich zusammengestellt", erläuterte Bachmann. Außerdem sind in der App nützliche Adressen, Links, ein Pflegerechner, Hinweise zu Pflegestufen und eine Übersicht zu Pflegeheimen und Krankenhäusern im Saarland zu finden. (kin)

Die kostenlose App "PflegemAPPe" kann für Apple- und Android-Geräte heruntergeladen werden.Außerdem gibt es die Broschüre "Pflegemappe" auch als Download im Internet unter: www.saarland.de/132874.htm.

[25.09.2015, 12:40:45]
Kurt-Michael Walter 
Pflege-App: Muss man sie haben?
Wie Sinnvoll ist eine Pflege-App

Wenn sich Gesundheitspolitiker/Innen auf die Schulter klopfen, dann naht mal wieder eine Bundes- oder Landtagswahl.

Die primäre Zielgruppe ist auch schon ausgemacht: Pflegeheime, Krankenhäuser, ambulante Pflegedienste, Einzelhändler für Pflegehilfsmittel, Krankenkassen u.a. in der Sozialbranche tätigen Leistungsanbieter.

Die sekundäre Zielgruppe ist natürlich der Kunde der primären Zielgruppen: Angebot und Nachfrage mittels Pflege-App zusammenführen. Im Grunde ein logische Entwicklung der IT-Industrie und der Gesundheitsbranche.

Muss dies aber eine Monika Bachmann (CDU) als herausragende Leistung ihres Ministeriums herausstellen? Folglich stellt sich die Frage nach dem Nutzen für die tatsächlich Betroffenen.

Die von Pflege betroffenen Pflegebedürftigen und deren Betreuer (Angehörige etc.) werden doch heute schon von der Informationsflut durch Broschüren und Werbung von der Gesundheits- und Pflegebranche überfordert. Eine Pflege-App. wird diese Informationsüberforderung noch weiter verstärken. Printmedien Prospekte, Flyer etc. werden verstärkt angefordert werden und letztendlich nur den Werbetreibenden und Marketingagenturen in die Hände spielen. Das "versteckte Ziel" dieser PR-Maßnahme?

Fazit zur "PflegemAPPe": Als PR-Instrument für politische Selbstdarstellung geeignet, mehr aber auch nicht.
PR-Beispiel: "In der App haben wir alle Informationen rund um das Thema Pflege übersichtlich zusammengestellt", erläuterte die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU).


 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »