Ärzte Zeitung, 22.10.2015

Pflegeberufegesetz

Laumann für generalistische Ausbildung

BERLIN. Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Karl-Josef Laumann will offenbar an der geplanten generalistischen Pflegeausbildung festhalten. "Mit der Generalistik wird die Ausbildung den Anforderungen der heutigen Zeit angepasst. Zudem werden der Stellenwert der Pflege und die Attraktivität des Berufs erhöht", antwortete Laumann auf eine Anfrage der "Ärzte Zeitung".

Diese Einschätzung teilt auch die SPD-Abgeordnete Mechthild Rawert. Die Generalistik werde die Pflege insgesamt aufwerten, da sie pflegerische Kernkompetenzen vermittle - und zwar "alters- und bereichsübergreifende sowie bedürfnisorientiert am jeweiligen Patienten".

Deutschland sei EU-weit das einzige Land ohne generalistische Pflegeausbildung. Bettina Müller, Fachberichterstatterin der SPD, verweist darauf, dass die Reform der Pflegeausbildung auch die beruflichen Perspektiven der Pflegefachkräfte verbessere und insbesondere der Altenpflege die überfällige EU-weite berufsrechtliche Anerkennung verschaffe.

Die Diskussion um eine Reform der Ausbildungen in Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege war durch den CDU-Bundestagsabgeordneten und Pflegeexperten Erwin Rüddel angestoßen worden.

Dieser hatte sich skeptisch gezeigt, ob eine solche Reform nicht kontraproduktiv bei der Suche nach Fachkräften für die Altenpflege sei. Es bestehe die Gefahr, dass sich nach einer gemeinsamen Grundausbildung zu wenig Interessenten für die Altenpflege finden würden. (wer/chb)

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[13.11.2015, 12:06:41]
Kurt-Michael Walter 
Generalistik in der Pflegeausbildung - ein parteipolitischer Irrweg der SPD-Gesundheitspolitiker

Die phrasenhaft vorgetragenen Argumente der Befürworter einer generalisierten Pflegeausbildung sind für eine offene Debatte nicht dienlich.

Eine "Sonderstellung" im "Dualen Berufsausbildungssystem" sollte es mit dem neuen "Pflegeausbildungsgesetz nicht mehr geben.

Mit dem Wegfall der "Sonderstellung" muss die Frage der Verortung der Pflegeberufsausbildung in das Duale Berufsausbildungssystem geregelt werden.

Fazit: Die Chance ein neues Pflegeberufsausbildungsgesetz noch in der laufenden Legislaturperiode zu verabschieden sind gut, aber mit den bestehenden parteipolitischen Restriktionen und dem "verdeckten bedienen" der Parteiklientel verspielen die Gesundheitspolitiker sicherlich diese Chance.  zum Beitrag »
[22.10.2015, 13:19:43]
Prof. Dr. Ingo Heberlein 
Altenpflege ist Krankenpflege!
Die Altenpflege benötigt die gleiche qualifizierte Grundausbildung wie die Krankenpflege. Man muss nur schauen, wieviele Menschen im Pflegeheim versterben, also bis zuletzt dort pflegerisch versorgt werden müssen. In diesem Maße kennt die Krankenpflege auf den meisten Stationen in Akutkrankenhäusern das gar nicht. Der Entwurf eines Hospiz- und Palliativgesetzes will die palliative Kompetenz in Pflegeheimen stärken, Eine gesundheitlich Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase soll möglich sein. Mit wem will Herr Rüddel das machen? Mit einem sozialen Beruf Altenpflege? Nein, dafür sind qualifizierte Kenntnisse und Erfahrungen der Krankenpflege nötig! zum Beitrag »

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