Ärzte Zeitung online, 30.12.2015

Nachwuchsmangel

Laumann trommelt für Pflegeberufe

Der Pflegebevollmächtige der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, fordert höhere Löhne für nicht-akademische Gesundheitsberufe.

BERLIN. Für eine Aufwertung der nicht-akademischen Gesundheitsberufe hat sich der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU) ausgesprochen.

Laumann sagte der dpa, wenn man mehr Personal etwa in der Pflege haben wolle, müsse man "diese Berufe auch finanziell besserstellen und angemessen bezahlen".

"Da haben wir die akademischen Berufe. Da liegen viele bei einem sechsstelligen Jahreseinkommen. Und dann kommt lange Zeit nichts. Eine Altenpflegefachkraft verdient im Durchschnitt rund 30.000 Euro", sagte Laumann.

Im Gesundheitswesen müsse man auch deshalb umsteuern, damit nicht länger nur Ärzte sowie Krankenkassen- und Krankenhaus-Funktionäre "am Tisch sitzen, wo entschieden wird".

Appell an Bundesagentur für Arbeit

Zugleich appellierte Laumann an die Bundesagentur für Arbeit (BA), Umschulung und Ausbildung für Pflegekräfte im vollen Umfang beizubehalten.

"Viele Altenpfleger kommen aus der Umschulung. Deswegen müssen wir auch erreichen, dass die Finanzierung des dritten Ausbildungsjahres bei den Umschulungen bleibt."

Der Bundesagentur müsse klar sein: Menschen, die sich für Pflege interessieren und sich dafür qualifizieren, haben sehr gute Beschäftigungschancen auf dem Arbeitsmarkt.

Wenn ein Mensch sowohl von seiner Einstellung anderen gegenüber als auch von seinem fachlichen Können her in der Lage sei zu pflegen, "dann ist es klug, ihm diese Berufe zu ermöglichen", sagte Laumann. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Immer mehr importierte Infektionen

Malaria ist nicht nur ein Problem weit entfernter Reiseländer: In Deutschland war die Zahl der importierten Erkrankungen im Jahr 2015 so hoch wie noch nie seit Beginn der Meldepflicht. mehr »

Im Trend sind Teilzeitarbeit und Festanstellung

Insgesamt ist zwar die Zahl der Ärzte in Deutschland gestiegen. Die Zahl derjenigen, die ambulant tätig sind, blieb allerdings unverändert. Das geht aus der aktuellen Ärztestatistik 2016 hervor. mehr »

Deutlich mehr Leistungen

Die Neudefinition der Pflegebedürftigkeit führt zu mehr Leistungsempfängern und zusätzlichen Pflegeleistungen – vor allem für gerontopsychiatrische Patienten. mehr »