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Barmer

Pflegende Angehörige brauchen Hilfe

Wie finden Pflegende Unterstützung? Eine Krankenkasse bietet dazu ein kostenloses Seminar an.

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HAMBURG. 2000 pflegende Angehörige in Hamburg sind nach Erhebungen der Barmer am Ende ihrer Kräfte. Wie sie ihre Erschöpfung überwinden oder die Belastungsspitzen vermeiden können, wissen viele von ihnen nicht.

Insgesamt beziehen in der Hansestadt rund 63.000 Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung. 44 Prozent von ihnen werden mehrheitlich von pflegenden Angehörigen versorgt – in zwei Drittel aller Fälle durch Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren. Ihr Einsatz erstreckt sich täglich über mehrere Stunden und dauert zwischen zwei und sieben Jahren. „Für die Pflegenden ist dieser Einsatz oftmals eine hohe körperliche und psychische Belastung und stellt Betroffene vor große organisatorische Herausforderungen“, sagte Hamburgs Barmer-Chef Frank Liedtke.

Der hohe Einsatz hat gesundheitliche Folgen – pflegende Angehörige sind häufiger krank als der Durchschnitt. Rund die Hälfte von ihnen hat Rückenschmerzen, 28 Prozent leiden unter psychischen Störungen. Pflegende Angehörige, die noch keine gesundheitlichen Probleme verspüren, kennen in aller Regel keine Unterstützungsmöglichkeiten. 70 Prozent von ihnen kennen das Angebot einer Kurzzeitpflege nicht oder sehen keinen Bedarf dafür. Bei pflegenden Angehörigen mit angeschlagener Gesundheit beträgt dieser Anteil noch immer 58 Prozent.

Auf der anderen Seite wünschen sich 60 Prozent Unterstützung bei der Pflege. Die seltene Inanspruchnahme der Unterstützung erklären sie mit den entstehenden Kosten und mit Zweifeln an der Qualität des Angebotes.

Diese Entwicklung hält die Barmer für bedenklich: „Hilfe sollte so früh wie möglich genutzt werden, damit sie am besten wirkt.“ Die Krankenkasse empfiehlt eine umfassende Beratung durch Pflegeexperten und fordert niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützungsleistungen. Sie verweist in diesem Zusammenhang auch auf ein kostenloses Seminar ihrer Versicherten. (di)

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