Ärzte Zeitung online, 16.10.2015

Reha

Verordnungen werden einfacher

Die Verordnung einer Rehabilitation wird deutlich einfacher: Das Formular 60 fällt ab 1. April 2016 weg - eine spürbare Entlastung für Ärzte. Auch dürfen dann alle Vertragsärzte Rehabilitationsleistungen verordnen.

BERLIN. Ab dem 1. April 2016 gibt es in Arztpraxen weniger Bürokratie: Um Patienten in Reha zu schicken, brauchen Ärzte künftig nur noch ein Formular statt zweier.

Am Donnerstag hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) die entsprechende Änderung der Rehabilitations-Richtlinie beschlossen und damit den Weg frei gemacht für eine Vereinfachung der Reha-Verordnung.

Das Formular 60 fällt ab 1. April 2016 weg. Damit sei kein "Antrag auf den Antrag" mehr erforderlich, betont die KBV in einer Mitteilung.

Deutliche Entlastung für Praxen

"Wir haben erreicht, dass das von Ärzten immer wieder kritisierte zweistufige Verordnungsverfahren endlich abgeschafft wird", betonte KBV-Vorstand Regina Feldmann. Damit würden die Praxen deutlich entlastet.

Ab April 2016 können Vertragsärzte Rehabilitationsleistungen direkt auf dem Formular 61 verordnen. Das Formular 60 zur Einleitung von Leistungen zur Rehabilitation oder alternativen Angeboten entfällt. Bisher nutzen Ärzte das Formular, um vor der Verordnung prüfen zu lassen, ob die gesetzliche Krankenversicherung leistungsrechtlich zuständig ist.

Bei Fragen Krankenkasse hinzuziehen

Sollte sich ein Arzt bei einem Patienten nicht sicher sein, ob die gesetzliche Krankenversicherung leistungsrechtlich zuständig ist oder ein anderer Kostenträger, kann er dies vorab von der Krankenkasse klären lassen.

Dazu wird es einen neuen Teil A auf Formular 61 (Beratung zu medizinischer Rehabilitation / Prüfung des zuständigen Rehabilitationsträgers) geben, den der Arzt für seine Anfrage nutzen kann. Hierüber kann auch eine Beratung des Patienten durch die Krankenkassen veranlasst werden.

Zudem kann künftig jeder Vertragsarzt eine medizinische Rehabilitation verordnen. Der Nachweis einer zusätzlichen Qualifikation ist nicht mehr erforderlich. (eb)

[23.10.2015, 11:58:27]
Anne C. Leber 
Leserzuschrift von Heike Korb
Pflege: Generalistische Ausbildung vom dem Aus?

Sehr geehrter Herr Dr. Fischer,

Ihnen ist wohl nicht bekannt, dass für jegliche Veränderung/Verordnung eines Patienten/Bewohners ein ärztlicher Kontakt gehalten werden muss. Dieses wird akribisch vom MDK überprüft (Transparenzkriterien). Würden Ärzte sich mal vernünftig mit dem Patienten/Bewohner auseinander setzen und keine Ferndiagnosen per Telefon stellen, hätten es beide Seiten leichter. Glauben Sie mir, es macht keinen Spaß, ständig in den Warteschleifen am Telefon zu hängen. Es wäre gut, wenn man über den Tellerrand schaut, bevor man so kurzkettige Kommentare absetzt und einen Berufsstand verunglimpft, der ohnehin schon am Boden liegt.

Heike Korb zum Beitrag »
[19.10.2015, 11:21:06]
Dr. Henning Fischer 
@Dr. Hartwig Raeder

Ich hatte die Genehmigung beantragt, da sie Voraussetzung für die HzV war. Die Kassen haben die Umsetzung der HzV in NRW um ca. 5 Jahre verzögert und sind immer noch überwiegend dagegen. In meiner geriatrisch orientierten Praxis bringt mir die HzV keine Vorteile. Daher haben wir die wenigen eingeschriebenen Patienten gebeten, wieder zu kündigen.

Deshalb brauche ich die Genehmigung nicht mehr. Das Formular finde ich ohnehin grässlich.

Die KVWL hat meine Rücknahme bestätigt. Das schützt aber wohl nicht mehr vor dem Formular, da es ja nun ohnehin alle ausfüllen dürfen/müssen(?).

 zum Beitrag »
[19.10.2015, 09:24:51]
Dr. Hartwig Raeder 
Ausfüllverpflichtung
Herr Kollege Henning Fischer hat die Genehmigung zur Verordnung und fragt nach der Pflicht zum Ausfüllen von Muster 61. Sinn des "Muster-61-Ausfüllkurses" war es ja gerade, die Berechtigung zum Verordnen besonders auch für fremde Patienten zu erlangen. Denn viele Ärzte wollten die 200 € sparen. Die gesetzlichen Krankenkassen verfügen über entsprechende Listen und sollen die Patienten an Ärzte mit Genehmigung verweisen. Insofern tragen die wenigen Ärzte mit Genehmigung zur Sicherstellung bei. Dass die KVWL über sein Vorgehen nicht erfreut war, kann man verstehen. Wie ging denn die Sache aus? zum Beitrag »
[16.10.2015, 16:11:08]
Dr. Henning Fischer 
schade, ich hatte gerade die Rücknahme der Genehmigung zum Ausfüllen des Formulares beantragt

da ich mir diesen Krampf nicht mehr antun will und ohnehin alle HzV-Verträge beendet habe

und nun das!

Bin ich jetzt eigentlich verpflichtet, das Formular auszufüllen, auch wenn ich es nicht für sinnvoll halte? (die BKK HMR hatte mir mal einen sonst nicht bekannten Patienten geschickt. Nach meiner Ablehnung gab es ordentlich Ärger mit der KVWL)
 zum Beitrag »
[16.10.2015, 15:13:26]
Christoph Claus 
Muster 60 wird Muster 61 plus
Toll, der Bürokratieabbau. Bei der kranken Kasse, die nur noch ein Formular ablehnen muss. Toll für den Arzt, der in Unkenntniss des Kostenträgers Muster 60 und Muster 61 in einem ausfüllt, um das dann beim Antrag an die DRV zu wiederholen. Toll für die Ärzte, die 200 Euro für den Muster-60-Ausfüllkurs ausgegeben haben. Einfach super, Frau Feldmann. zum Beitrag »
[16.10.2015, 13:38:11]
Dr. Hartwig Raeder 
Hinweis
Heute darf jeder Vertragsarzt auf Muster 61 eine medizinische Rehabilitation verordnen. Die KV darf diese Verordnung jedoch nur dann vergüten, wenn der Arzt über eine "Genehmigung zur Verordnung medizinischer Rehabilitation" verfügt. Nur etwa jeder siebte Niedergelassene hat eine solche Genehmigung. Die Verordnungen nur dieser Ärzte dürfen dem Medizinischen Dienst nach der "Richtlinie MDK-Stichprobenprüfung" zur Prüfung nicht vorgelegt werden. Oft wird jedoch gegen beide Grundsätze rechtswidrig verstoßen. Alle Verordnungen werden von der KV bezahlt und vom MDK geprüft. Dieses Vorgehen wird ab dem 1.4.2016 nicht mehr strafbar sein. zum Beitrag »

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