Ärzte Zeitung, 02.12.2015

Reha-Bericht

Leistungen auf Rekordhoch

Erstmals klettert die Zahl der Leistungen in der medizinischen Reha auf weit über eine Million: 1.014.763 waren es 2014, rund 26.000 mehr als im Vorjahr.

BERLIN. Rund 1,7 Millionen Anträge auf medizinische Rehabilitation haben die Deutsche Rentenversicherung (DRV) 2014 erreicht. Gut zwei Drittel davon wurden bewilligt und umgesetzt.

Nur rund 18 Prozent der Anträge waren 2014 abgelehnt geworden - meist aus medizinischen Gründen. Dies geht aus dem aktuellen Reha-Bericht der DRV hervor. Im Jahr zuvor waren insgesamt 988.380 Reha-Leistungen erbracht worden.

Die Statistik belegt, dass insbesondere die ambulante Rehabilitation, die Anschlussrehabilitation (AHB) und die Nachsorgeleistungen seit Jahren kontinuierlich zulegen. 2014 waren 141.147 Reha-Leistungen (14 Prozent) ambulant vorgenommen worden.

Ihre Zahl hat sich somit seit dem Jahr 2000 verfünffacht. Damals waren es 25.257 Leistungen, ihr Anteil lag bei drei Prozent.

Ambulante Reha ist häufiger

Muskuloskettale Erkrankungen sind in der ambulanten wie in der stationären Reha die Spitzenreiter bei den Diagnosen. Sie werden jedoch weitaus häufiger ambulant als stationär behandelt: So nahmen 65 Prozent der Frauen und 59 Männer 2014 deswegen an einer ambulanten Reha teil.

Bei den stationären Aufnahmen mit einer entsprechenden Diagnose liegt der Anteil für beide Geschlechter nur bei rund 30 Prozent.

Onkologische Erkrankungen werden hingegen mit einem Anteil von 15 Prozent (Männer) und 20 Prozent (Frauen) deutlich häufiger in einer stationären Reha-Einrichtung behandelt. Nur zwei Prozent der Krebserkrankungen werden ambulant rehabilitiert.

Deutlich gestiegen ist auch die AHB, die im Anschluss an eine Akutversorgung erfolgt. Sie lag im Jahr 2000 noch bei 177.681 Leistungen. 14 Jahre später sind es mit 337.618 mehr als doppelt so viele.

Zugenommen haben darüber hinaus auch die Nachsorge-Leistungen, die Rehabilitanden nach einem Reha-Aufenthalt in Anspruch nehmen können. 2014 wurden 189.496 entsprechende Leistungen umgesetzt, rund 20.000 mehr als 2012.

Stationäre Reha bei körperlicher Erkrankung kostet etwa 2727 Euro

Insgesamt hat die DRV rund sechs Milliarden Euro für die Rehabilitation aufgewendet. Rund 4,4 Milliarden Euro davon fließen in die medizinische Rehabilitation.

Eine stationäre Rehabilitation bei einer körperlichen Erkrankung kostet im Durchschnitt 2727 Euro; bei psychischen Diagnosen oder Suchterkrankungen rund 6285 Euro.

Die Rehabilitanden sind im Durchschnitt 52 Jahre alt.Abzusehen ist, dass mit einer zunehmenden Alterung in der Gesellschaft ihre Zahl zunehmen wird.

So steigt die Inanspruchnahmerate für muskuloskelettale Erkrankungen ab dem 41. Lebensjahr an, bei onkologischen Diagnosen ab dem 55. Lebensjahr. (wer)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »