Ärzte Zeitung, 24.09.2012

Kommentar zum Adipositas-Projekt

Jetzt kommt es auf die Kassen an

Von Dirk Schnack

Das landesweite Konzept zur Behandlung von Adipositas in Mecklenburg-Vorpommern kann der Auftakt sein für eine erfolgreiche Bekämpfung einer Erkrankung, die hohe Zuwachsraten verzeichnet, die viele Folgeprobleme auslöst und die die Solidargemeinschaft mit immensen Kosten belastet.

Dass sich die Beteiligten auf ein gemeinsames Konzept geeinigt haben, ist ein wichtiges Signal in einem Gesundheitssystem, das mit der Überwindung sektoraler Grenzen seine liebe Not hat.

Doch dem ersten Schritt müssen nun weitere folgen: konkrete Verträge. Sie werden zur Nagelprobe, wie ernst es die Beteiligten meinen.

Auch den Kostenträgern ist klar, dass niedergelassene Ärzte bei solchen Vereinbarungen eine zentrale Rolle spielen müssen - ihre Bedeutung ist schließlich im Konzept klar formuliert. Diese Bedeutung muss sich auch in Verträgen abbilden.

Gegenargumente der Kassen und ihr Verweis auf die Gesetzeslage, wonach die KVen angeblich nicht einbezogen werden können, überzeugen nicht.

Kassen, die es ernst meinen mit der Bekämpfung von Adipositas, werden einen Weg finden, um die wichtigsten Akteure in der Versorgung vertraglich direkt einzubinden und nicht als Anhängsel von Zentren.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Mecklenburg-Vorpommern: Stolperstart für Adipositas-Projekt

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zeit für aggressive Maßnahmen

Viel Geschwätz, wenig Taten: Zeit für aggressive Weichenstellungen in der Diabetes-Prävention, meinen Fachleute. Sie fordern die Lebensmittel-Ampel und Steuern auf ungesunde Produkte. mehr »

Beim Thema Luftschadstoffe scheiden sich die Geister

Gesundheitliche Gefahren von Luftverschmutzung sehen Pneumologen vorrangig als ihr Thema an. Doch die Meinung der Fachärzte darüber ist nicht einhellig. Das zeigt sich auch im Vorfeld ihrer Fachtagung. mehr »

Patienten vertrauen auf Online-Bewertungen

In welche Praxis soll ich gehen? Ihre Entscheidung fällen Patienten zunehmend anhand von Online-Bewertungen – eine Chance für Ärzte, so eine neue Studie. mehr »