Ärzte Zeitung, 12.03.2013

FIBOmed Kongress thematisiert

Bewegung als Therapie

"Bewegung und Krebs", "Herz-Kreislauf bewegen" sowie "Diabetes bewegen" sind drei Themen des FIBOmed-Kongresses.

KÖLN. Wurde bis vor wenigen Jahren während oder unmittelbar nach einer Tumortherapie noch von einem körperlichen Training abgeraten, so ist die Akzeptanz für entsprechende therapeutische Ansätze heute deutlich gestiegen.

Die Session "Bewegung und Krebs" möchte zum Start des erstmals stattfindenden FIBOmed Kongresses am Donnerstag, dem 11. April, hierzu einen Überblick über den derzeitigen Stand des Wissens geben und die praktische Arbeit mit Krebskranken verdeutlichen, teilen die Veranstalter vorab zum Kongress mit.

So werden die Referenten sich einerseits den großen Entitäten Brustkrebs und Prostata-Ca widmen. Andererseits wird die Möglichkeit von Sport und Bewegung bei schwerstkranken oder intensiv therapierten Patienten dargestellt, und es werden Therapieoptionen anhand einer speziellentherapieinduzierten Komplikation, der chemotherapie-induzierten Polyneuropathie, gezeigt.

Schwerpunkte des Themenblocks "Herz-Kreislauf bewegen", sind "Bewegung, körperliche Aktivität und Alter aus epidemiologisch-ärztlicher Sicht" sowie "Hochdruck und Sport". Zudem wird Professor Herbert Löllgen von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin, der auch den Themenblock leitet, über "Evidenzen zur Bewegung für Prävention und Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen" referieren.

Der Sonntag im Zeichen von Diabetes

Am Sonntag, 14. April, dreht sich dann alles um das Thema "Diabetes bewegen". Bei der Behandlung von Patienten mit metabolischem Syndrom und mit Typ 2 Diabetes ist Bewegung ja von essenzieller Bedeutung.

Die Steigerung der Muskelarbeit als therapeutisches Tool wird mittlerweile auch wissenschaftlich mit Nachdruck und hoher Evidenz empfohlen.

In der Veranstaltung der "AG Diabetes und Sport" werden die jeweiligen aktuellen Positionen aus der Sicht der Grundlagenforschung, aus der Sicht der praktischen Diabetologie und aus der Sicht der Sportwissenschaft beleuchtet.

Dabei sollen auch die Erkenntnisse und die Resonanz aus dem ersten interdisziplinären Symposium Diabetes und Bewegung, das 2012 in Wuppertal stattfand, Berücksichtigung finden, so die Veranstalter. (eb)

 www.fibo.de

[12.03.2013, 10:49:41]
Dr. Walther J. Kirschner 
Bewegung als Therapie - orthopädische Grundlagen als Basis
Die Orthopädie ist die medizinische Fachdisziplin, die sich primär mit Grundlagen sowie Diagnostik und Therapie des Bewegungssystems befaßt. Dabei ist 'Bewegung' von zentraler Bedeutung. Auch für Erkrankungen anderer Fachgebiete (Innere Medizin, Neurologie u.a.) spielt 'Bewegung' eine bedeutende Rolle, z.B. bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mell. Typ II, metabolischem Syndrom, Z.n. Apolex, M. Parkinson u.a.

Sowohl wissenschaftliche Studien, als auch klinische Projekte und Behandlungen haben dies zu berücksichtigen. Ansonsten sind wissenaschaftliche Fehleinschätzungen und klinisch nicht zielführende Behandlungsmethoden programmiert. Es ist in diesem Zusammenhang nicht ausreichend, isoliert einzelne Symptome und Auswirkungen z. B. bei Diabetes mell. od. bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bei metabolischem Syndrom zu betrachten.

Vielmehr sind Grundlagen (hier: Orthopädie) und interdisziplinäre klinische Aspekte (hier: Kardiologie, Kardiochirurgie, Diabetologie, internistisch orientierte Sportmedizin, Endokrinologie u.a.) gemeinsam, integrativ, zu berücksichtigen. So ließen sich fehlerhafte klinische Behandlungsprozeduren und Versorgungsketten vermeiden.

Dr. med. Walther Kirschner
FA Orthopädie et al.  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »