Ärzte Zeitung, 14.02.2014

Präventionskurse

Kassen setzen auf zentrale Prüfstelle

BERLIN. Mehrere große gesetzliche Krankenkassen haben eine zentrale Prüfstelle Prävention gegründet. Sie soll sicherstellen, dass bundesweit mehr als 360.000 Kursangebote dieser Kassen im Bereich Prävention einheitlich mit Blick auf ihre Qualität überprüft werden - zentral, bundesweit und kassenartenübergreifend.

Individuelle Überprüfungen der Kassen sollen in Zukunft entfallen. Das neue Konzept bezieht sich einer Mitteilung der beteiligten Kassen zufolge auf angebotene Kurse aus den Bereichen "Bewegung", "Ernährung", "Stressbewältigung/Entspannung" sowie "Suchtmittelkonsum".

Mit im Boot sitzen der Verband der Ersatzkassen, der BKK-Dachverband, die IKK classic, die Knappschaft, die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, die BIG direkt gesund und die IKK Brandenburg und Berlin.

Auf dem Qualitätsportal www.zentrale-pruefstelle-praevention.de können Anbieter ihre Konzepte hochladen. Sie erhalten innerhalb von zehn Tagen Nachricht, ob der Kurs den qualitativen Anforderungen gerecht wird. Positiv geprüfte Kurse werden von den entsprechenden Kassen bezuschusst.

Die über 47 Millionen Versicherten der beteiligten 119 Krankenkassen können alle qualitätsgeprüften Präventionskurse über die jeweilige Internetseite ihrer Krankenkasse aufrufen. Die Datenbank enthält mittlerweile etwa 369.000 geprüfte Kurse von rund 116.000 Anbietern aus ganz Deutschland.

Die Kassen sind gesetzlich verpflichtet, insbesondere die Qualifikation von Kursanbietern sowie Leistungsnachweise und Trainermanuale zu prüfen. Ein bezuschusster Präventionskurs muss allen gesetzlichen Qualitätsanforderungen gerecht werden.

"Bislang prüfte jede Krankenkasse die Kurse selbst. Dabei konnte es zu unterschiedlichen Prüfergebnissen bei ein und demselben Kurs und Anbieter kommen", erläuterte Franz Knieps, Vorstand des BKK-Dachverbands, in einer Mitteilung der beteiligten Kassen.

Durch das weitaus effizientere Prüfverfahren gehörten Doppelüberprüfungen bei den Kassen und unterschiedliche Wertungen der Kursqualität in Zukunft der Vergangenheit an. (fuh)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »