Ärzte Zeitung, 10.03.2014

Gesundheitsförderung

Verzahnung hakt

BERLIN. Krankheit und Armut sind enge Verwandte. Männer des unteren Einkommensviertels sterben im Durchschnitt rund elf Jahre früher als Männer im oberen Einkommensviertel. Das zeigen Studien des Robert Koch-Instituts. Um diese Zusammenhänge kreist der 18. Kongress Armut und Gesundheit am 13./14. März.

Die zentrale Frage: Wie können die Gesundheitschancen von Menschen in schwierigen Lebenslagen verbessert werden? Anregungen dazu geben Referenten aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitswesen und Selbsthilfe in rund 90 Fachforen und Einzelveranstaltungen. Forschungsergebnisse und Beispiele für gute Lösungen werden an zwei Kongresstagen in der TU Berlin (TUB) gezeigt.

Gesundheitspolitische Themen sind unter anderem die ambulante und stationäre Bedarfsplanung, die Zukunft des dualen Krankenversicherungssystems, Migration in der Pflege und die Qualitätsentwicklung im DRG-System.

Nachhaltigkeit in der Gesundheitsförderung ein Schwerpunkt

Schwerpunkt ist in diesem Jahr die Nachhaltigkeit in der Gesundheitsförderung. Damit knüpft der Kongress an die Vorjahre an. Zuletzt waren Lösungen zur Verbreitung des Wissens um wirksame Praxis und zu Transferstrategien zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik gesucht.

"Die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention ist durchaus wissenschaftlich belegt. Als problematisch erweist sich bisweilen jedoch die Verzahnung dieser Ansätze mit bestehenden Strukturen", so Maren Janella, von Gesundheit Berlin-Brandenburg, das den Kongress zusammen mit dem Gesundheitsökonomischen Zentrum an der TUB und der Deutschen Gesellschaft für Public Health veranstaltet.

Bei einer Satellitenveranstaltung am Vortag stellt der Kooperationsverbund "Gesundheitliche Chancengleichheit" integrierte kommunale Strategien für ein gesundes Aufwachsen in den Mittelpunkt. (ami)

Zeit: 13. und 14. März 2014, Ort: TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Hauptgebäude

Topics
Schlagworte
Prävention (2120)
Berlin (875)
Organisationen
DRG (741)
Personen
Robert Koch-Instituts (434)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »