Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung online, 15.10.2014

Prävention

Kabinett soll Gesetz im Dezember beraten

Der Zeitplan konkretisiert sich langsam: Im Dezember soll sich das Bundeskabinett mit dem Entwurf des Präventionsgesetzes beschäftigen. Bereits dreimal ist es schon gescheitert.

BERLIN. Das neue Präventionsgesetz der Bundesregierung nimmt konkrete Formen an. In der letzten Bundestagswoche in diesem Jahr soll das Gesetz im Bundeskabinett beraten werden, kündigte Ingrid Fischbach (CDU), parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, in Berlin an.

 Am 17. Dezember könnte somit der vierte Anlauf für ein Präventionsgesetz in die parlamentarische Beratung gehen.

Auch der Inhalt des Gesetzes wird offenbar konkreter: So sollen die Kassen mindestens zwei Euro pro Versicherten einzahlen, um vor allem Prävention in Kitas, Schulen, Betrieben sowie Heimen zu finanzieren.

Damit wird vom bisherigen Förderschwerpunkt der Präventionsprojekte von gesundheitsschädlichem Verhalten abgerückt. Die Systematik für die Einzahlung der Kassengelder ist noch unklar, einen Fonds soll es wohl nicht geben.

Präventive Beratung bei Ärzten

Ein Teil des Gesetzes werde eine nationale Präventionsstrategie, die erarbeitet werden soll. Die Strategie solle durch jährliche nationale Konferenzen überprüft und ergänzt werden.

Dabei fällt offenbar der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine zentrale Aufgabe zu: Nach Fischbachs Ankündigungen soll die BZgA die nationale Präventionsstrategie steuern.

Für Ärzte sei in dem Gesetz vor allem die präventive Beratung vorgesehen. Ein Schulfach Gesundheit lehnt sie indessen ab. Eher sollte an Schulen über die Gestaltung von Gebäuden und Pausenzeiten nachgedacht werden.

Präventionsexperte Professor Rolf Rosenbrock sieht die Ankündigungen kritisch: Er sei "erschreckt", dass nur zwei Euro von den Krankenkassen eingezahlt werden sollen. Er plädiere für zehn Euro, sagte der Vorsitzende des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Bei der Verteilung der Präventionsmittel sollten Gesundheitspolitiker eigene Schwerpunkte setzen und nicht Projekte fördern, die die Kassen präferierten. Dazu zählten auch Angebote für arbeitslose Menschen. (bee)

Topics
Schlagworte
Prävention (2388)
Organisationen
BZgA (655)
Personen
Ingrid Fischbach (58)
Rolf Rosenbrock (69)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »