Ärzte Zeitung App, 20.11.2014

Prävention

Union fordert nationale Diabetesstrategie

Gesundheitspolitiker der Unionsfraktion preschen mit Plänen zur Bekämpfung von Diabetes vor: Um die Prävention zu verbessern, schwebt ihnen ein nationales "Diabetes-Überwachungssystem" vor.

Union fordert nationale Diabetesstrategie

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an Diabetes.

© monkeybusinessimages / iStock / Thinkstock

BERLIN. Die Gesundheitspolitiker der Unionsfraktion wollen das Profil der Diabetesprävention schärfen. Dazu solle der Bundestag eine eigene Debatte über eine Nationale Diabetesstrategie führen, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, im Anschluss an eine Klausurtagung der AG Gesundheit von CDU und CSU in Schwerin.

Grundlage der Diskussion soll der Entwurf eines Entschließungsantrags sein, den man noch mit dem Koalitionspartner SPD abstimmen wolle, wie es aus Fraktionskreisen hieß.

Jetzige Früherkennungsmaßnahmen ausbauen

Der derzeit vorrangig auf die Früherkennung eines Diabetes Typ-2 ausgerichtete Erwachsenen Check-up sowie die Kinder- und Jugenduntersuchungen sollen zu einer "stärker primärpräventionsorientierten Gesundheitsuntersuchung" weiterentwickelt werden, heißt es in dem Papier, das der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

Dazu sollen ärztliche Beratungsleistungen und die Verordnung von "zielgerichteten Präventionsmaßnahmen" gehören.

Die Strategie soll ferner eine zuverlässige Datengrundlage zur Ergebnisqualität der Diabetes-Versorgung schaffen. Dafür solle der Bundestag die Bundesregierung auffordern, mit der Strategie auch ein "Nationales Diabetes-Überwachungssystem" aufzubauen, das regelmäßige Berichte über den Stand veröffentlichen solle.

Teil der Nationalen Diabetesstrategie bilden soll eine Informationskampagne, um auf vorhandene Angebote wie strukturierte Behandlungsprogramme aufmerksam zu machen. Rund sieben Millionen Menschen in Deutschland leiden an Diabetes, schätzt das Robert-Koch-Institut. (af)

[20.11.2014, 09:16:27]
Dipl.-Psych. Joachim Downar 
Handeln, wenn das Kind nur noch mit einem Fuss auf dem Brunnenrand steht?
Die Intensivierung der Früherkennungsmassnahmen hat doch nichts mit Primärprävention zu tun! Wenn ich etwas früh erkenne habe ich zwar wesentlich günstigere Handlungsmöglichkeiten, doch dann ist das Unglück doch schon bereits geschehen. Wieder wird auf individuelle Einzelmassnahmen abgesehen, was längst zu gesellschaftlichen Epedemien herangewachsen ist - eben zu "Zivilisationskrankheiten." Das an diesen Zivilisationen etwas nicht stimmt, ist offensichtlich und kann dito auch nur gesellschaftspolitisch präventiert werden. Die Ursachen sind doch schon seit Jahren bekannt! Warum denn wurde die Ampelkennzeichnung der Lebensmittel so vehement abgelehnt? Die höhere Besteuerung von gesundheitsschädlich hochdosierten zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln gehört ebenso dazu wie die Förderung des Schul-, Jugend- und Breitensports - anstatt noch die nationale Fussballmannschaft vom Bundespräsidenten hochjubeln zu lassen, weil sich die Deutschen vor dem Fernseher mit Bier und Chips wie Weltmeister fühlten. Was ist mit unseren stressigen Arbeitsbedingungen, die als Risikofaktor für Typ 2 Diabetes und Herzinfarkte bekannt sind und schon 2013 von der damaligen Gesundheitsministerin Ursula von der Leyen öffentlich benannt wurden? Und nicht zu vergessen die Verfütterung von Convenience-Food in Kindergärten, Schulen und Kantinen - und übrigens auch in Krankenhäusern und Kliniken! Das ist doch alles nicht neu! Aber: man weiss das - und dabei bleibt es? zum Beitrag »

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