Ärzte Zeitung, 11.03.2015

Prävention

So schützen Firmen ihre Mitarbeiter vor Darmkrebs

Von Ilse Schlingensiepen

So schützen Firmen ihre Mitarbeiter vor Darmkrebs

Viele Menschen setzen sich nicht gern mit dem Thema Darmkrebsvorsorge auseinander. Darum ist es sinnvoll, sie an der Arbeitsstätte darauf anzusprechen. Ein neuer Handlungsleitfaden zeigt, wie's geht.

KÖLN. Die Darmkrebsvorsorge ist ein Thema, an dem sich viele Menschen gern vorbeimogeln. Wenn sie direkt an ihrer Arbeitsstätte auf die Früherkennung angesprochen werden, gelingt ihnen das nicht ganz so leicht.

Deshalb setzen inzwischen schon eine Reihe von Unternehmen auf ein betriebliches Angebot. Die Neuauflage des "Handlungsleitfadens zur betrieblichen Darmkrebsvorsorge" soll dazu beitragen, dass es noch mehr werden.

Die Broschüre wird herausgegeben vom Netzwerk gegen Darmkrebs, der Stiftung Lebensblicke und der Felix Burda Stiftung. Dort erfahren Interessierte Wissenswertes rund um das Thema Darmkrebs und die Bedeutung der Früherkennung.

Vor allem aber können sie sehen, was die eigene Firma in diesem Bereich alles machen kann.

Günstiger als viele denken

Im Schwerpunkt des Heftes finden die Leser eine Reihe von konkreten Empfehlungen zu einer Vorsorgeaktion im Unternehmen. Dazu zählen auch Informationen zu den Kosten eines solchen Engagements.

"Eine Aktion zur betrieblichen Darmkrebsvorsorge ist weniger aufwendig und günstiger, als Sie vielleicht denken. Unter dem Strich macht sie sich für das Unternehmen in vielerlei Hinsicht bezahlt", werden die Firmen ermuntert.

Damit es nicht theoretisch bleibt, sind in den Leitfaden auch einige Best Practice-Beispiele aus unterschiedlichen Bereichen aufgenommen worden: die Betriebskrankenkasse E.ON, die Raiffeisenbank Obermain Nord, der Chemieriese BASF und das Kopling Berufsförderungszentrum Witten/Wetter.

In einem Interview für das Netzwerk gegen Darmkrebs erläutert Dr. Stefan Webendörfer, Vice President Diagnostics, Health Promotion und Kommunikation bei BASF, wie die Broschüre interessierte Unternehmen unterstützen kann.

BASF bietet seit 2001 jährlich allen Beschäftigten ab dem 46. Lebensjahr eine Darmkrebsfrüherkennung an.

Für Laien verständlich

Der medizinische Laie könne sich im Leitfaden ohne großen Zeitaufwand über die Hintergründe und den Nutzen der betrieblichen Darmkrebsfrüherkennung informieren, sagt Webendörfer.

"Ein übersichtliches Schema zeigt konkret, welche organisatorischen Schritte erfolgen müssen, um eine Vorsorgeaktion möglichst einfach und effektiv am Arbeitsplatz zu gestalten."

Der Arzt betont, dass wirklich jedes Unternehmen Aktionen zur betrieblichen Darmkrebsvorsorge organisieren kann. Er rät den Betrieben, frühzeitig einen Betriebsarzt, einen betriebsärztlichen Dienst oder auch einen Gastroenterologen in die Planungen einzubinden.

"Denn die sind entsprechend qualifiziert und können sowohl im Vorfeld als auch im Verlauf der Aktion, wenn Fragen auftreten oder auffällige Befunde bei den Teilnehmern vorliegen, fachgerecht beraten und die richtigen Empfehlungen zum weiteren Vorgehen geben."

Der Handlungsleitfaden ist in einer Auflage von 3000 Exemplaren erschienen. Er geht an alle Mitglieder des Netzwerks gegen Darmkrebs und an Gesundheitspolitiker auf Bundes- und Landesebene.

Interessierte können sich die Broschüre als PDF-Datei hier aus dem Internet herunterladen.

Lesen Sie dazu auch:
Darmkrebsvorsorge: "Am Arbeitsplatz ist die Zielgruppe gut ansprechbar"

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