Ärzte Zeitung, 04.08.2015

Schutz vor Masern

Viele wissen nichts von Impf-Empfehlung

Die Mehrheit hält eine Impfung gegen Masern zwar für wichtig - von einer Impf-Empfehlung der STIKO wissen viele Deutsche allerdings nichts. Das zeigt eine aktuelle Umfrage.

KÖLN. Rund 77 Prozent der Befragten, die nach 1970 geboren wurden, stufen die Masern-Impfung als "besonders wichtig" oder "wichtig" ein.

Das geht aus der bundesweiten Repräsentativbefragung "Einstellungen, Wissen und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zum Infektionsschutz (Impfen und Hygiene) 2014" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hervor. Vor zwei Jahren waren es noch fünf Prozentpunkte weniger (72 Prozent).

STIKO-Empfehlung unbekannt

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit dem Jahr 2010 allen nach 1970 geborenen Erwachsenen die Impfung gegen Masern, falls noch kein ausreichender immunologischer Schutz vorliegt.

Die Impfaufklärung zeige zwar Wirkung, dennoch seien die Impf-Empfehlungen der STIKO vielen Bürgern nur unzureichend bekannt.

Nach den Daten der BZgA kennen fast 74 Prozent der Befragten die Impf-Empfehlung der STIKO für die nach 1970 Geborenen nicht. Die Mehrheit der Befragten, die nicht ausreichend gegen Masern geschützt sind oder deren Schutz unklar ist, geben an, dass sie nicht auf die Notwendigkeit der Masern-Impfung hingewiesen wurden (70 Prozent).

Angst vor Nebenwirkungen hindert ein Viertel (25 Prozent) der Befragten, sich impfen zu lassen. Und jeder Fünfte (19 Prozent) zählt sich nicht zur betroffenen Gruppe für diese Impfung.

Potenziale der Aufklärung nicht genutzt

Nach Darstellung von Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, sind die Potenziale der Impfaufklärung noch nicht ausgeschöpft. Deshalb sei man hierzulande auch noch weit davon entfernt, die Masern zu eliminieren.

Das könne insbesondere nur erreicht werden, wenn bestehende Informationsdefizite und Ängste in der Bevölkerung durch Aufklärung abgebaut würden. Thaiss: "Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über die Einstellung der Bevölkerung zu Impfungen sind hierfür eine wesentliche Voraussetzung." (ras)

Weitere Ergebnisse der Erhebung: www.bzga.de/presse/daten-und-fakten/

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